Ermittlungen : Attacke auf Synagoge

In Anbetracht des besonderen Datums wäre es wünschenswert, wenn es sich bei der Zerstörung einer Scheibe im Eingangsbereich des jüdischen Gemeindezentrums „nur“ um einen Dummenjungenstreich handelte. Gerade aber wegen des besonderen Datums nimmt man die am vergangenen Sonntag ausgeübte Attacke auf das Gemeindezentrum im Clara-Bartram-Weg sehr ernst. Denn vor 75 Jahren, am 9. November 1938, begannen die Novemberpogrome, („Reichskristallnacht“ oder „Reichspogromnacht“ genannt), durchgeführt von damaligen Nazi-Terror-Regime. Dabei handelte es sich um landesweit organisierte Gewaltmaßnahmen gegen Juden.

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11. November 2013, 21:22 Uhr

Innerhalb einer Woche wurden etwa 400 Menschen ermordet. Über 1400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume wurden zerstört, daneben tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe. Im Pinneberger Fall haben Unbekannte derart auf eine Glasscheibe im Eingangsbereich des Gemeindeshauses eingewirkt, dass das Glas zersprang. Fast wie Einschusslöcher sehen die drei Treffer aus, man geht aber davon aus, dass der oder die Täter mit einem Hammer auf die Scheibe einschlugen. Ob sie sich Zutritt zu den Räumlichkeiten verschaffen wollten, ist unklar. Der Vorsitzende der Gemeinde, Wolfgang Seibert, ist sich sicher, dass die Tat einen antisemitischen Hintergrund hat. „Angesichts des Datums müssen wir davon ausgehen“, sagte Seibert. Auch die Behörden nehmen den Fall ernst: Aus Itzehoe rückte der Staatsschutz an. Und auch das Landeskriminalamt (LKA) ermittelt. Ein Glaser, der gestern die Scheibe auswechseln wollte, musste unverrichteter Dinge wieder abrücken: das LKA hatte die Scheibe nämlich beschlagnahmt.

Aus den Reihen der Gemeinde wurde nun für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, eine Belohnung von 1000 Euro ausgelobt.

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