Gegenbesuch : Assistierte Ausbildung als Chance

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Andreas Wiechers ist vielfach angesprochen worden auf diesen Besuch. Die UeNa berichteten über eine Hospitanz des Heistmer Handwerkermeisters beim SPD-Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann in Berlin. Eine Woche konnte er bei fast allen Terminen des Parlamentariers dabei sein. Möglich machte es das Programm „Seitenwechsel“ der schleswig-holsteinischen SPD-Bundestagsabgeordneten mit der Handwerkskammer Lübeck. Wiechers konnte sich davon überzeugen, dass im Bundestag kräftig gearbeitet wird.

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06. Januar 2015, 21:11 Uhr

Rossmann stattete nun dem Heistmer Heizungsbauer einen Gegenbesuch ab. Bei dem Gespräch dabei war auch Wiechers Kompagnon Lutz Scholz. Vor 19 Jahren wurde das Unternehmen gegründet. Man wuchs kontinuierlich. Jetzt sind es 16 Mitarbeiter, darunter zwei Auszubildende.

Gerne würden Wiechers und Scholz in jedem Jahr einen „Stift“ einstellen, doch die schulischen Leistungen der Bewerber reichen aus ihrer Sicht dafür nicht aus. Notwendig ist ein guter Hauptschulabschluss. Der Bewerber müsse „mit Freude und Interesse dabei sein“, sagen sie. Auch Mädchen werden genommen.

Rossmann weist auf das Modell der „assistierten Ausbildung“ hin. Ein Vertreter eines Bildungsträgers begleitet den Azubi, hilft ihm bei Problemen. Für die Arbeit des Assistenten gibt die Bundesagentur für Arbeit einen Zuschuss.

Bei der Andreas Wiechers Heizungsbau GmbH kümmert man sich auch um die Qualifizierung der eigenen Mitarbeiter. So macht derzeit einer seinen Meister und wird dabei von dem Unternehmen unterstützt. Rossmann erweist in diesem Zusammenhang auf das Meister-Bafög, das 1997 eingeführt wurde und 2016/17 erhöht wird.

Kritisch sehen Handwerker und Genosse alle Versuche, via Europa den Meisterbrief auszuhebeln. Rossmann verwies auf einen gemeinsamen Antrag der CDU/CSU- und der SPD-Fraktion. Danach soll die Bundesregierung den Meister stärken, denn er bedeutet erfolgreiche Unternehmerqualifizierung, Basis für handwerkliche Qualität und hat eine besondere Bedeutung für die duale Ausbildung.

Das Thema Qualifizierung sehen die beiden auch vor dem Hintergrund der Nachfolgersuche. Zwar sind sie erst 47 und 52 Jahre alt, wollen jedoch rechtzeitig die Weichen stellen. Der Neue müsste in den Betrieb hineinwachsen, und dazu bräuchte man drei, vier Jahre, erklären sie.

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