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Hundesteuer aus Sicht des Tierschutzes : Artgerecht ist es, zwei Hunde zu halten

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Anke Darius ist Leiterin des Tierheims in Elmshorn. Aus eigener Erfahrung kennt sie daher das Leid der Tiere zu genüge. Hunde werden einfach ausgesetzt oder von Hundehaltern, die sich die Tiere nicht mehr leisten können, abgegeben. Aus Uetersen könnte sie nun verstärkten Zulauf erfahren. Die drastisch angehobenen Hundesteuern könnten dazu führen, dass Hundebesitzer, insbesondere Rentner mit schmalem Portemonnaie, sich entschließen, ihren Partner abzugeben.

shz.de von
erstellt am 30.Jan.2013 | 18:15 Uhr

Grundsätzlich seien Steuern für Hunde okay, sagt Anke Darius. „Hinsichtlich dessen, dass wir in diesem Land in vielen Bereichen Steuern leisten, ist die Hundesteuer in Ordnung. Sie sollte aber so moderat gestaltet werden, dass Menschen den Kumpel Hund halten können.“ Den Sprung in Uetersen hält sie für sehr groß. „Es kann nicht sein, dass Hundehalter mit kleiner Rente oder von Arbeitslosigkeit Betroffene ihre Hunde abschaffen müssen“, so die Leiterin des Tierheimes.

Insbesondere stört sie die erhöhte Steuer für den Zweit- und Dritthund. Dieses Procedere vieler Städte hält sie für gefährlich. „Die Leute können sich den Zweithund nicht mehr halten. Eine Hundegruppe mit zwei Tieren ist artgerecht. Der innerartliche Kontakt ist immer höher zu bewerten als die Mensch-Tier-Beziehung“, sagt sie.

Ebenfalls ein Dorn im Auge sind die „Strafsteuern“ für so genannte gefährliche Hunderassen. Viele Gemeinden würden diese Hunde weit höher besteuern. Gefährlich sind Hunde dann, wenn diese einen Menschen schon einmal gebissen haben, dann kann ihnen Leinenzwang und ein Maulkorb auferlegt werden. Doch den gefährlichen Hund von der Rasse abzuleiten, sei völlig aus der Luft gegriffen, so Anke Darius. Schließlich sei der Dackel seit vielen Jahren schon der Hund, der am meisten beiße. Und der befinde sich nicht auf der Liste. Statt dessen solche Tiere, die eine ganz besondere Beziehung zu ihrem Menschen aufbauen würden, die dem Menschen starke Liebe entgegenbringen wie etwa der American Staffordshire Terrier und der Pitbull. Für die Hunde, die als grundsätzlich gefährlich eingestuft würden, sei das eine Katastrophe. Auch vom Tierheim könnten sie dadurch noch schwerer vermittelt werden. „Sie werden ohnehin schon diskriminiert. Und zusätzlich über den erhöhten Hundesteuersatz.“

Gefährlich mache Hunde grundsätzlich der die Beziehung ausübende Mensch. Er sei der Gefährliche, nicht das Tier.

Warum nur Hunde besteuern? Und nicht auch Pferde oder Katzen? Die Katzen- und Pferdesteuer werde, so Anke Darius, schon seit Jahren diskutiert. „Wenn die Katze auf Steuer geht, kann man das nicht mehr nachvollziehen. Was glauben Sie, wieviele Tiere jetzt schon ausgesetzt werden? Generell ist es ungerecht, Steuern auf eine Tiergruppe zu erhaben. Aber wir würden noch ein größeres Tierelend bekommen, wenn die Steuer jetzt auf andere Arten ausgeweitet würde. Dann würde niemand mehr wagen, ein Tier zu halten. In Deutschland haben wir schon jetzt ein Katzenproblem“, so die Tierheim-Leiterin. Es gebe sehr viele Katzen, die draußen herumlaufen.

Liebe Leser, das Thema Hundesteuer in Uetersen zieht immer größere Kreise. Die Erhöhung, die aufgrund von Vorgaben des Landes erfolgte, wird als unverhältnismäßig charakterisiert. Sie, so die Befürchtung nicht nur der Tierheimleiterin, erschwere die besondere Beziehung des Menschen zum Hund.

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