Entscheidung des Umweltausschusses : Argumente überzeugten nicht

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Die Stimmung war nicht die Beste, als die Mitglieder des Umwelt- und Kleingartenausschusses am Dienstagabend den „Tatort“ besuchten.

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14. September 2011, 20:13 Uhr

Den Ort also, an dem die 32 von der AWO (Trägerin von Hus Sünnschien und Kindertagesstätte) beantragten Bäume fallen sollten - 16 wegen der Verbreiterung der Zuwegung zum „Hus Sünnschien“ und zum neuen Kindergarten und weitere 16 wegen der beabsichtigten Vergrößerung des Parkplatzes von derzeit 27 (gemäß der Baugenehmigung) auf insgesamt 44 Stellplätze.

Die Einlassungen der Politiker ließ schon früh vermuten, was am Ende der Sitzung, denn um eine solche handelte es sich bei diesem Besuch, geschehen sollte: die Ablehnung beider Wünsche.

Weder die (erneut) vorgebrachten Argumente von Klaus-Ulrich Sembill, Geschäftsführer der AWO Unter-elbe, noch die Erklärungen des beauftragten Landschaftsplaners, Klaus Labitzky, mochten überzeugen. Die Politiker fühlten sich zum einen verschaukelt und zum zweiten vor vollendete Tatsachen gesetzt. Dass jedoch ihnen, und niemand anders, die Chefrolle gebührt, wollten sie diesmal sehr deutlich machen.

Die Bäume, die im Mittelpunkt der Diskussion standen, waren alles andere als „kapitale Hirsche“. Doch das Aussehen interessierte nicht. Verärgert haben die Politiker zum einen die beiden Planungsvorhaben und die Art und Weise, wie diese den Entscheidungsträgern präsentiert wurde. Motto: Alle anderen haben schon zugestimmt, nun dürft auch ihr nicken. Sowohl die Untere Naturschutzbehörde in Pinneberg als auch das Forstamt hatten die Fällaktionen bereits genehmigt. Ersatzpflanzungen, und auch das ärgerte nicht nur den Umweltausschussvorsitzenden Dieter Schipler, wurden nicht für notwendig erachtet. Der Wald sollte also Stück für Stück kleiner werden? Die Politiker wollten das nicht mitmachen.

Da nützte auch der fachliche Hinweis, dass ein Wald nur stärker werden kann, wenn er regelmäßig ausgelichtet wird, nichts. Und auch das Argument von Sembill, den dunklen Weg aus Sicherheitsgründen besser ausleuchten zu wollen, stieß auf nur geringes Gehör bei den Mandatsträgern. Das für die neuen Lampen benötigte Kabel müsse man schließlich nicht quer durch den Wald führen, sondern könne dafür auch die Straße aufreißen. Mit ihren Beschlüssen wollten die Politiker auch deutlich machen, dass bei zukünftigen Bauvorhaben und ähnlichen Planungen alle Notwendigkeiten sofort auf den Tisch kommen und nicht, wie im konkreten Fall, ständig nachgelegt wird: erst die Eichen, die aus Brandschutzgründen nahe des Kindergartens umgelegt werden mussten, dann das „Begleitgrün“ (Eichen und Birken), die wegen der Verlegung des Bolzplatzes weichen mussten und nun die 32 Bäume für Parkplatz und Zuwegung. Knapp, mit 5:6 Stimmen, verweigerte der Ausschuss der AWO den Wunsch, für die Optimierung der Zuwegung 16 Bäume fällen zu lassen. Einstimmig lehnten sie die Parkplatzerweiterung ab.

Die AWO hatte sich einst bei der Übernahme der Pachtfläche von der Stadt dazu verpflichtet, die Zuwegung zu unterhalten. Nach erneuter Aufforderung durch die Verwaltung habe man dem nun nachkommen wollen, so Sembill. Die Lampen seien bereits bestellt worden. Er hoffe, sie wieder abbestellen zu können.

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