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Uetersener Nachrichten

20. August 2017 | 08:30 Uhr

Bilanz : Arbeitsmarkt im Aufwind

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Trotz guter Arbeitsmarktzahlen im Kreis Pinneberg ist die Stimmung in der Agentur für Arbeit verhalten. Grund ist die hohe Zahl von Flüchtlingen, die in den kommenden Jahren in den Arbeitsmarkt integriert werden müssen. Der Leiter der Arbeitsagentur Elmshorn, Thomas Kenntemich, sprach gestern vor Journalisten von einer großen Herausforderung und mahnte eine stärkere Verzahnung von sprachlicher und beruflicher Qualifizierung insbesondere bei jungen Migranten an.

Die Entspannung auf dem Arbeitsmarkt war im vergangenen Jahren in den von der Elmshorner Arbeitsagentur betreuten Kreisen Pinneberg und Segeberg stärker zu spüren als im Rest des Landes. Im Jahresdurchschnitt sank die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Pinneberg um 3,7, im Kreis Segeberg sogar um vier Prozent. Die Arbeitslosenquote lag im Kreis Pinneberg im Jahresdurchschnitt bei 5,2 Prozent (Segeberg: 4,8 Prozent). Landesweit lag sie bei 6,5 Prozent.

Möglich wurde die positive Entwicklung maßgeblich durch den erhöhten Bedarf an Arbeitskräften in Handel, Pflege, Erziehungswesen, in der Baubranche und in den Zeitarbeitsfirmen. „Hingegen haben metall- und elektroverarbeitende Industrie sowie Banken und Versicherungen in den vergangenen Monaten eher Personal abgebaut“, sagte der Elmshorner Arbeitsagenturchef Thomas Kenntemich. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wuchs im Kreis Pinneberg um 2,1 Prozent auf 85045.

In diesem Jahr wird die Arbeitsagentur in Elmshorn 10,4 Millionen Euro in Qualifizierungsmaßnahmen investieren. Das Geld fließt sowohl in die berufliche Weiterbildung (vier Millionen) als auch in Eingliederungs- und Aktivierungsmaßnahmen (1,8 Millionen) oder steht für Eingliederungszuschüsse für Arbeitgeber und Gründerzuschüsse zur Verfügung (3,6 Millionen). „Das ist insgesamt etwas mehr Geld als im vergangenen Jahr“, sagte Ute Beckmann, Geschäftsführerin Operativ bei der Agentur für Arbeit.

In 2016 liegt der Arbeitsschwerpunkt in beiden Kreisen neben der Reduzierung der Zahl der Langzeitarbeitslosen auf der Integration der Flüchtlinge. Kenntemich forderte eine deutliche Verkürzung der Bearbeitungszeit für Asylanträge, um ein Beschäftigungsvakuum zu verhindern. Aus diesem Grund hatte die Bundesagentur für Arbeit im Spätherbst als Nothilfe zusätzliche Finanzmittel für Einstiegssprachkurse zur Verfügung gestellt, die seitdem von den Arbeitsagenturen angeboten werden. Das, so Geschäftsführerin Ute Beckmann, gehöre nicht zu den originären Aufgaben, helfe aber, die Zeit von der Antragstellung bis zum Bescheid, inzwischen eineinhalb bis zwei Jahre, zu überbrücken.

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erstellt am 09.Feb.2016 | 20:34 Uhr

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