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Neujahrsempfang : Arabisches Lied rührt Alteingesessene

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ihr Lied rührte zu Tränen. Die drei syrischen Mädchen Maya, Dalaa und Maha trugen gestern beim Neujahrsempfang der Gemeinde Heidgraben einen Pop-Song vor, der in ihrer Heimat sehr berühmt ist: „Wir kommen zu euch, um euch zu fragen, warum ihr glücklich seid, und wir nicht glücklich sein können“, heißt es darin.

shz.de von
erstellt am 31.Jan.2016 | 16:55 Uhr

Die libanesische Sängerin Remi Bandali hatte den Titel „Give us our childhood“ („Gib uns unsere Kindheit) einst geschrieben. Die aus Syrien geflohenen Mädchen trugen eine Strophe auf Arabisch und eine auf Englisch vor. Beim Singen weinte nicht nur eine von ihnen, sondern auch einige der rund 160 Gäste im Gemeindezentrum.

Die erste Flüchtlingsfamilie in Heidgraben traf am 25. September ein, berichtete der stellvertretende Bürgermeister Ernst-Heinrich Jürgensen in seinem Rückblick. Inzwischen leben vier syrische und eine afghanische Familie in dem Dorf, acht Erwachsene und 15 Kinder. Rund 30 Helfer kümmern sich um sie. Als sie sich erhoben, applaudierten die Gäste.

Jürgensen rechnet damit, dass in ein Haus am Lerchenfeld junge männliche Flüchtlinge einquartiert werden. „Aufgrund der Ereignisse in der Silvesternacht ist man darüber nicht erfreut, aber wir sollten Vorurteile beiseite lassen“, sagte er. Dass der Info-Abend mit rund 300 Besuchern Ängste abgebaut habe, bezweifelte er allerdings.

Den Höhepunkt des Jahres 2015 bildete die Einweihung eines Kunstrasenplatzes Anfang Juli. Die Gemeinde investierte 350000 Euro. Bürger arbeiteten rund 2500 Stunden ehrenamtlich an dem Projekt.

Für ein Gewerbegebiet an der Hauptstraße, Ecke Jägerstraße erwarb die Gemeinde zwei Hektar Land. Jürgensen beklagte, dass die Untere Naturschutzbehörde es noch nicht aus dem Landschaftsschutzgebiet entlassen habe.

Der Haushalt 2016 enthalte wenig Spielraum. Ob das Gewerbegebiet in diesem Jahr Einkünfte bringe, sei fraglich. „Was wir an freiwilligen Leistungen erbringen, müssen wir auf den Prüfstand stellen“, so Jürgensen. Investieren müsse die Gemeinde an allen Ecken: Der Altbau der Schule und das Gemeindezentrum seien zu sanieren. Für die Einschulung 2017 sind bereits 34 Kinder vorgemerkt. Daher müsste ein weiterer Klassenraum gebaut werden. Die Feuerwehr brauche ein neues Fahrzeug, für das dann aber eine größere Wache erforderlich sei. „Ob es sich realisieren lässt, müssen wir sehen“, sagte Jürgensen.

Erfreulich sei der anstehende Besuch in der Partnergemeinde Challes, ein Tag der offenen Tür der Feuerwehr beim Oktoberfest am MarktTreff und das 110-jährige Bestehen der Heidgrabener Liedertafel, die bereits mit vier Liedern darauf einstimmte.

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