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Antrag zum Amtsausschuss : Appen will den Amtsdirektor

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Für die Einführung eines Amtsdirektors haben sich nach den Neuendeicher Gemeindevertretern nun auch ihre Appener Kollegen ausgesprochen. Während ihrer Sitzung sind sie noch einen Schritt weiter gegangen. Sie haben auch einen Favoriten für das zu schaffende Spitzenamt. Es soll der Leitenden Verwaltungsbeamten Rainer Jürgensen werden.

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erstellt am 26.Sep.2014 | 18:44 Uhr

Der musste am Anfang der Diskussion erst einmal die Grotdeel des Bürgerhauses verlassen, bevor der SPD-Fraktionsvorsitzende Walter Lorenzen seinen Antrag begründen konnte. „Wir brauchen eine stark aufgestellte Amtsverwaltung“, begründete er seine Initiative. Die zu erledigenden Aufgaben würden fachlich immer komplizierter.

Ehrenamtlicher Amtsvorsteher und hauptamtlicher Leitender Verwaltungsbeamter sei „ein Modell aus der Vergangenheit“. Der Amtsdirektor könnte die Behörde „effektiver führen“. Lorenzen wies darauf hin, dass bereits Personal das Amt verlassen hat. „Das sind Verluste, die man nicht so schnell kompensieren kann“, sagte er.

Wird der Amtsdirektor eingeführt, müsste anschließend sofort die Stelle ausgeschrieben werden. „Wir haben bereits so eine Persönlichkeit“, erklärte der Rote. Er möchte bei der Kommunalaufsicht einen Verzicht auf die Ausschreibung beantragen und dem Leitenden Verwaltungsbeamten Rainer Jürgensen zum Amtsdirektor machen.

Im Amtsbereich Elmshorn-Land, der ersten Verwaltung im Kreis Pinneberg, die einen Amtsdirektor einrichtet, will man ebenfalls diesen Weg gehen.

Die FDP-Fraktionsvorsitzende Jutta Kaufmann und Dirk David für die CDU betonten, dass der SPD-Antrag so auch von ihnen hätte kommen können.

„Alles hat seine Zeit“, sagte die Freie Demokratin, aber „es ist nicht mehr so wie früher“. Natürlich gehe es bei der Diskussion auch um Personen. „Hoch qualifiziert und bestens vernetzt“ sei Jürgensen. „Etwas Besseres kann uns gar nicht passieren“, steht für Jutta Kaufmann fest.

David sprach mit Blick auf den Amtsvorsteher Walter Rißler von seiner „Wertschätzung für die bisherige Arbeit“. Das Amt müsse sich jedoch „zukunftsorientiert aufstellen“, so der Christdemokrat.

Parteifreunde auf Linie gebracht?

Druck machen die Appener Gemeindevertreter mit ihrer Entscheidung auf Amtsvorsteher Walter Rißler. Er muss das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Amtsausschusssitzung am 21. November setzen.

Das sollte eigentlich vermieden werden. Im Frühjahr hatte die CDU Holm die Parteifreunde aus fünf Kommunen des Amtes Moorrege – in Groß Nordende gibt es keinen christdemokratischen Gemeindeverband – zu einem informellen Treffen gebeten. Ziel war es, eine Mehrheit für den Holmer Bürgermeister Walter Rißler zu schmieden. Seine Position an der Spitze der Verwaltung sollte nicht durch die Einführung eines Amtsdirektors beschnitten werden.

Die Appener hatten sich diesem Ansinnen allerdings von vorn herein verweigert, in dem sie zu dem Treffen gar nicht erst erschienen.

Damals wurde festgeschrieben, dass nicht in diesem Jahr eine Entscheidung herbei geführt werden soll. Die Christdemokraten argumentierten mit fehlenden Informationen. Trotzdem sahen die Politiker am Ende nicht die Möglichkeit, dem Amtssausschuss eine Befürwortung zur Einführung eines Amtsdirektors auszusprechen.

Allerdings bröckelt die im Frühjahr gefundene Einigkeit mittlerweile. Die Neuendeicher Christdemokraten haben sich während der jüngsten Gemeindevertretersitzung für die Einführung eines Amtsdirektors ausgesprochen und sich damit von der abgestimmten Linie verabschiedet.

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