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Neujahrsempfang : Appell: Einheit der Dörfer erhalten

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Wir sollten die Tradition und den Zusammenhalt der drei Marschdörfer nicht leichtfertig aufgeben. Wir bekämen sie niemals wieder.“ Mit diesem Appell hat sich Bürgermeister Rolf Herrmann an die Gäste des Neujahrsempfangs in Haselau gewandt. Der gemeinsamen Einladung von Gemeinde und Kirchengemeinde waren auch in diesem Jahr viele einheimische und auswärtige Besucher gefolgt.

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erstellt am 07.Jan.2016 | 19:49 Uhr

Mit ihnen feierten Propst Thomas Drope, CDU-Landtagsabgeordnete Barbara Ostmeier, SPD-Landtagsabgeordneter Thomas Hölck, Uetersens Bürgermeisterin Andrea Hansen, die Bürgermeister der Nachbargemeinden sowie Vertreter der Parteien und Vereine den Jahresauftakt in der noch weihnachtlich geschmückten St. Johanneskirche.

Pastor Andreas-Michael Petersen übernahm in diesem Jahr die Begrüßung der Gäste und stellte ein ereignisreiches Jahr in Aussicht. Am 19. Mai feiert die Kirchengemeinde den 150. Geburtstag des Haselauer Glockenturms, der das höchste Gebäudes in der Haseldorfer Marsch ist. „Das Amt Haseldorf besteht seit 1948, historisch lässt sich die Einheit der H-Dörfer – Haselau, Haseldorf und Hetlingen – sogar bis ins Jahr 1494 zurückführen“, gab der Bürgermeister in der Diskussion um einen Wechsel der Verwaltungsgemeinschaft von Uetersen zum Amt Moorrege zu bedenken. Er wünschte sich: „Wir sollten im Gespräch bleiben.“ In seiner Neujahrsrede drückte Herrmann ferner seine Besorgnis über die Situation der Flüchtlinge aus. „Unser Wunsch sie dezentral unterzubringen ist kaum mehr umsetzbar, denn der dafür benötigte Wohnraum ist schwer zu finden“, sagte er und dankte den vielen ehrenamtlich Engagierten für ihre Hilfsbereitschaft. Herrmann strebt für die Zukunft ein noch familienfreundlicheres Haselau an. Dazu zählen für ihn die Sicherung des Schulstandorts Haseldorf, die Erweiterung der „Kita“, die Neuregelung der Trägerschaft der Betreuungsklasse und ein gutes Miteinander von Jung und Alt. Hinzu käme der Einsatz für eine saubere Umwelt und die damit verbundene Unterstützung der Bürgerinitiative Haseldorfer Marsch, die gute Chancen hat, den Bau eines Kohlekraftwerks in Stade zu verhindern, sowie der Zugang zu einer Internetverbindung mit akzeptablen Rahmenbedingungen.

Deshalb freute Herrmann sich besonders über ein Geschenk von Jürgen Neumann. Als Vorsitzender des Zweckverbands Breitband Südholstein überreichte er ein 10,3 Zentimeter langes Stück Glasfaserkabel – ein Vorgeschmack auf die von vielen sehnsüchtig erwartete zukunftsfähige Internetverbindung. Ein weiteres Geschenk erhielt Herrmann vom Grünen-Kreistagsabgeordneten Helmuth Kruse: einen Sack voller Sand – eine Anspielung auf Herrmanns Anmerkung: „Wenn alle Verhandlungen nichts nützen und keine gemeinsame Lösung für eine Verwaltungsgemeinschaft gefunden werden kann, hilft nur eins: Elbe zuschütten und mit Stade fusionieren“.

Später standen Geselligkeit und Kontaktpflege im Mittelpunkt. Die Mitglieder der Kantorei und Chorleiter Michael Horn-Antoni begeisterten mit gälischen und plattdeutschen Liedern, mit denen sie an einem Chorwettbewerb in Schottland teilgenommen hatten. Einer der Höhepunkte des Abends war das vierhändige Klavierspiel von Horn-Antoni und seinem Musikerfreund Heinrich Thuy. Gemeinsam brachten sie John Lennons „Imagine“ zu Gehör.

Zur Unterhaltung der Gäste des Neujahrsempfangs trug auch Gerd Richert bei. Er las „op Platt“ eine anrührende, selbstgeschriebene Geschichte vor, in der er die Menschen aufrief, die Flüchtlinge freundlich aufzunehmen.

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