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Meinungsaustausch : Anstrengen für die Integration

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Führende Vertreter der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein (TGSH) haben Bund und Länder aufgefordert, ihre Bemühungen um eine Alphabetisierung von Einwanderern und Asylsuchenden zu verstärken. „Dazu gehört auch, dass wir die Lehrer, die für unseren Verein die Sprachkurse durchführen, besser bezahlen können“, sagte Landesvorsitzender Dr. Cebel Kücükkaraca bei einem Treffen mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Ernst Dieter Rossmann gestern in den TGSH-Räumen im Pinneberger Rübekamp. Für Rossmann war es der zweite Ortstermin an diesem Tag (siehe hierzu auch Seite 5).

shz.de von
erstellt am 22.Aug.2014 | 19:03 Uhr

Kücükkaraca, Wissenschaftler mit türkischen Wurzeln, dessen Führungsposition bei der TGSH ein Ehrenamt ist, und der deutsche Bundestagsabgeordnete bezeichneten Deutschland unisono als Einwanderungsland. „Wenn wir Flüchtlinge aufnehmen, was gut und richtig ist, müssen wir uns auch um sie kümmern, forderte Ernst Dieter Rossmann. Dagegen gab es in der Diskussion über den Wegfall des Optionszwanges keine Einigkeit. Was für den Berliner Abgeordneten ein Erfolg ist, geht dem Chef der Türkischen Gemeinde nicht weit genug. Kücükkaraca forderte die mehrfache Staatsangehörigkeit auch für ältere Migranten und verwies auf seine Geschichte als Beispiel. Er ist Türke, verheiratet mit einer Amerikanerin, lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Deutschland. Seine vier Kinder sind alle hier geboren, inzwischen in ihren Berufen in Deutschland erfolgreich, aber nur eines der Kinder hat auf den türkischen und den amerikanischen Pass verzichtet, um deutscher Staatsbürger zu werden.

Cebel Kücükkaracas Kinder fallen noch unter das alte Gesetz, das eine mehrfache Staatsbürgerschaft nicht vorsieht. Für jüngere Migranten gilt das inzwischen unter bestimmten Bedingungen nicht mehr. Grundsätzlich, so Rossmann, sei er zu jeder Diskussion bereit, aber die „beliebige Mehrstaatlichkeit entspricht nicht unserem politischen Verständnis“.

Dagegen begrüßten beide die Möglichkeit, Berufs- und Studienabschlüsse, die im Ausland erworben wurden, künftig unkomplizierter in Deutschland anerkennen zu lassen. „Das Gesetz kommt zehn Jahre zu spät, aber besser jetzt als nie“, sagte Cebel Kücükkaraca. Die Türkische Gemeinde ist ein landesweit arbeitender Verein, der sich vor allem erfolgreich um die Integration von Menschen aus verschiedenen Ländern kümmert. Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit Schulen, Jobcentern, anderen Vereinen und Behörden, jugendliche Migranten frühzeitig mit Betrieben in Kontakt zu bringen, mit Sprachkursen die Tür zu einem selbstbestimmten Leben in Deutschland zu öffnen und die Alphabetisierung voran zu treiben.

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