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Entscheidung mit Bauchschmerzen : Anschaffung eines Fahrzeugs für Heidgrabener Wehr auf den Weg gebracht

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Diskussion gibt es bei der Entscheidung um die Ausschreibungskosten.

von
erstellt am 19.Okt.2017 | 16:36 Uhr

Heidgraben | Die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Heidgraben benötigt ein neues Löschgruppenfahrzeug. Wie die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft, Finanzen und Personalwesen in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, wird sich ein Ausschreibungsbüro um die Beschaffung kümmern − dafür ist mit Honorarkosten von rund 10.000 Euro zu rechnen. Die Entscheidung wurde zwar einstimmig, aber nicht ohne Diskussion gefällt. Denn einige Lokalpolitiker störten sich an der Beauftragung des Büros. Das Geld ließe sich für andere Bereiche besser verwenden, so der Tenor.„Ist die Wehr nicht in der Lage, zu sagen: ‚Wir brauchen genau das Fahrzeug‘?“, fragte der Ausschussvorsitzende Egbert Hagen. Nun müsse man 10.000 Euro zusätzlich ausgeben, so der CDU-Politiker. „Nein“, betonte Irmgard Voß (SPD). Sie erläuterte, dass die Anschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs ein langwieriger Prozess sei, bei dem einiges gefordert werde. „Das ist nicht, wie ins Autohaus zu gehen“, so Voß.

Auch Bürgermeister Ernst-Heinrich Jürgensen (SPD) sagte: „Es ist sinnvoll, mit einer Firma zusammenzuarbeiten.“ Denn es gehe in dem Verfahren unter anderem darum, sicherzustellen, dass bei der Feuerwehr bereits vorhandene Bauteile auch in dem neuen Fahrzeug verwendet werden können. Zudem habe es schon Fälle gegeben, bei denen Fördermittel aufgrund falscher Ausschreibungen widerrufen wurden, so Jürgensen.

Die Argumente überzeugten allerdings nicht jeden. „Ich sehe da eine gewisse Geldverschwendung“, sagte Ausschussmitglied Gebhard Rühlow. Er wundere sich, dass es bei der Kreisfeuerwehr keine Standardisierung der Fahrzeuge gebe. „Warum kann die Beschaffung nicht zentral erfolgen?“, fragte Rühlow. Doch ebenso wie die Heidgrabener Wehr, würden auch die Einsatzkräfte des Kreises ehrenamtlich arbeiten, betonte Jürgensen. „Die können das nicht leisten“, so Jürgensen.

290.000 Euro müssen investiert werden

Rund 290.000 Euro soll das sogenannte Löschgruppenfahrzeug LF 10 kosten − und damit laut Verwaltung genau die Summe, für die der Kreis Pinneberg maximal Fördergelder zur Verfügung stellt. Bei einer Förderquote von zehn Prozent könnte die Gemeinde Heidgraben also mit 29.000 Euro rechnen. Weitere rund 10.000 Euro werden nach derzeitigem Stand für die Sonderfahrzeuge GmbH & Co KG (kurz SoFah) mit Sitz in Gnutz fällig. Nach dem Willen der Ausschussmitglieder soll das Zwei-Mann-Unternehmen aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde den Zuschlag für die Abwicklung der Fahrzeugbeschaffung erhalten. „Die Firma SoFah hat sich in Heidgraben persönlich vorgestellt und dabei einen guten Eindruck gemacht,“ sagte Jürgensen. Zu einer persönlichen Vorstellung sei der Konkurrent, die Firma Kubus aus Schwerin, nicht bereit gewesen, so der Bürgermeister.

Das Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern ist allerdings ein „alter Hase“ bei der Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen. Nach Kubus-Angaben wurden seit der Firmen-Gründung im Jahr 1997 mehr als 400 Fahrzeugkäufe abgewickelt. Derzeit würden 55 Neuanschaffungen betreut, darunter auch sechs Löschgruppenfahrzeuge LF 10. Jüngst hatte sich zudem die Gemeinde Neuendeich für die Firma Kubus entschieden. Auch dort wird übrigens ein LF 10 angeschafft.

Die Heidgrabener Lokalpolitiker konnte das knapp 12  200 Euro teure Kubus-Angebot allerdings nicht überzeugen. Einstimmig votierten sie für die Firma SoFah. „Wir kommen wohl nicht drum herum, den Auftrag zu erteilen“, sagte Hagen. „Obwohl es mir in der Seele weh tut.“ Denn das Geld sähe er lieber in Schule und Kindergarten investiert, so Hagen.

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