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Uetersener Nachrichten

22. November 2017 | 23:27 Uhr

Anrufe belasten die Wehrführer

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

freiwillige feuerwehr Einsatzkräfte appellieren, die Retter nicht privat zu kontaktieren sondern die Notrufnummer zu wählen

von
erstellt am 24.Okt.2017 | 17:18 Uhr

Ob ein umgestürzter Baum, eine Ölspur auf der Straße oder ein Feuer − die Freiwillige Feuerwehr ist stets rasch vor Ort und sorgt für die Sicherheit der Bürger. Immer häufiger wird die Arbeit für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte in Tornesch allerdings unnötig erschwert. Dafür sorgen unter anderem Anrufe auf den privaten Telefonen der Retter oder bei den Feuerwachen in Esingen und Ahrenlohe. Statt wie vorgesehen die Notrufnummer zu wählen, nutzen die Anrufer lieber den „direkten Draht“. Für die Einsatzkräfte bedeutet das allerdings Mehrarbeit, wie besonders während des jüngsten Sturms deutlich wurde.

„Leider kommt es in der letzten Zeit immer wieder zu Anrufen von Tornescher Bürgern auf den privaten Telefonen unserer Wehrführer Marcus Rohwedder und Dirk Lolies“, berichtet Pressewart Ralf Diedrichsen. Während Sturmtief Xavier über den Kreis hinwegfegte, wählten die Bürger laut Diedrichsen reihenweise die Nummer der beiden Feuerwehrchefs. Für die Planung der Einsätze ist allerdings die Rettungsleitstelle zuständig. Und der auf den ersten Blick schnell und komfortabel erscheinende „direkte Draht“ sorgt letztlich dafür, dass die Abarbeitung sich verkompliziert. Diedrichsen appelliert deswegen: „Bei akuten Sturmschäden oder Ähnlichem bitten wir Sie, die Notrufnummer 112 zu wählen. Bitte rufen Sie nicht unsere Kameraden privat an oder wählen gar die Nummer der Feuerwache.“ Mehr als 20 Einsätze hatte die Tornescher Wehr während des Sturmtiefs zu bewältigen − und zwar innerhalb von 48 Stunden. Hinzu kam der rund zweistündige Kampf gegen ein Feuer in einer Wohnung in der Pommernstraße (wir berichteten).

Für Ärger sorgt bei den Kameraden ein weiteres Phänomen, das stets zu Tage tritt, wenn ein Sturm wütet. „Wir als Feuerwehr können und dürfen nur Bäume sägen, wenn von diesen eine Gefahr für die Öffentlichkeit ausgeht. Wir werden nicht tätig, nur weil vielleicht jemand mal einen Baum ‚sowieso schon immer weghaben‘ wollte“, sagt Diedrichsen. Auch während „Xavier“ habe es entsprechende Anrufe gegeben − jeweils unter dem Vorwand einer drohenden Gefahr. Doch dafür gebe es Unternehmen, die Bäume und Äste hauptberuflich entfernen, betont der Pressewart.


Feuerwehrarbeit ist ein freiwilliger Dienst


Ehrenamtlich, diesen Aspekt der Feuerwehrarbeit in Tornesch möchte Diedrichsen besonders betonen. „Bitte bedenken Sie: wir machen das ganze freiwillig, in unserer Freizeit, neben unserem Job. Hauptberuflich sind wir zum Beispiel Maurer, Tischler, Bankangestellter, Schornsteinfeger, Mechaniker, Lehrer oder städtischer Mitarbeiter.“ Und weiter: „Wir sind da, wenn Sie uns brauchen und eine Gefahr für Leib und Seele abgewandt werden muss – aber bitte nur über die offiziellen Kanäle.“

Diedrichsen betont, dass Unterstützung und neue Kameraden herzlich willkommen sind. Interessenten können sich per E-Mail an info@ff-tornesch.de bei der Freiwilligen Feuerwehr Tornesch melden.


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