Hilfsaktion : Anna: echte „Fort-Schritte“

Es war das Glück der kleinen Anna, dass ihre Mutter Marianna noch als Schülerin an einem Schüleraustauschprojekt teilnahm. Denn so konnte Marianna Yudina auf ihre Kontakte im Kreis Pinneberg zurückgreifen.

Avatar_shz von
21. November 2012, 19:30 Uhr

Und da war es insbesondere Gabriele Kascha, die Vorsitzende des Vereins Selenogradsk, die Marianna Yudina in Russland besucht und den Zustand der damals zweieinhalbjährigen Anna gesehen hatte: Das kleine Mädchen litt unter sogenannten „Spitzfüßen“, einer Fehlbildung des Fußes, die durch einen Hochstand der Fersen gekennzeichnet ist, welche dadurch beim Gehen nicht auf den Boden aufgesetzt werden können. Normales Laufen ist den Betroffenen Menschen nicht möglich; sie sind gezwungen, auf Zehenspitzen zu gehen. Kascha kehrte zurück nach Pinneberg und brachte gleich verschiedene Steine ins Rollen.

Sie kontaktierte Otto Melchert, den Vorsitzenden der Regio-Kliniken und schilderte ihm die Sachlage: Anna bekam aufgrund ihrer Bewegungseinschränkungen keinen Kindergartenplatz und der Besuch einer normalen Schule stand aufgrund der schlechten Angebote in Russland auch nicht zur Debatte. Melchert sagte der Familie daraufhin eine Operation zu, die im November 2010 von Dr. Markus Stücker durchgeführt wurde. Stücker verzichtete auf sein Honorar, das Klinikum Pinneberg übernahm die restlichen Kosten der Operation, die Tornescher Physiotherapeutin Andrea Timmermann übernahm die krankengymnastische Behandlung der Kleinen und das ebenfalls zur Sana-Kliniken-AG gehörende Sanitätshaus Pinneberg kümmert sich seitdem um die Anfertigung der orthopädischen Spezialbeinschienen, sogenannter „Orthesen“.

Die Familie hat nun erneut die 12 Stunden lange Autofahrt nach Pinneberg auf sich genommen, damit die notwendigen Nachuntersuchungen durchgeführt werden können. Auf schon sehr sicheren Beinen läuft das kleine blonde Mädchen über den Flur und freut sich über den bunten Adventskalender, den Otto Melchert ihr überreicht. „Sie macht im wahrsten Sinne des Wortes Fortschritte“, stellte Melchert gestern bei der Anprobe der neuen Beinschienen zufrieden fest. Melchert: „Es ist gut zu sehen, wie unsere Hilfe wirkt“. Um den Weg der kleinen Anna weiter zu begleiten und die notwendige Versorgung mit Orthesen, die ja aufgrund des Wachstums ständig erneuert werden müssen, sicherzustellen, hat das Regio-Klinikum Pinneberg die Patenschaft für das Mädchen übernommen. Bravo!

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert