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Uetersener Nachrichten

18. Oktober 2017 | 10:22 Uhr

Angeklagter erscheint nicht

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

prozessIn Abwesenheit wird ein Tornescher wegen Körperverletzung verurteilt / Tat ereignete sich 2016

von
erstellt am 02.Aug.2017 | 16:43 Uhr

Sie hatten ihre Opfer in der Straße Bockhorn in Tornesch hinterrücks attackiert und auch als diese bereits am Boden lagen nicht von ihnen gelassen. Die gerichtliche Aufarbeitung der Tat vom 26. März 2016 hat gestern ihr vorläufiges Ende gefunden. Einer der Täter war bereits verurteilt, der andere erhielt nun ebenfalls einen Strafbefehl. An der für gestern Vormittag anberaumten Verhandlung nahm der 26-Jährige allerdings nicht teil − zum Ärger aller Beteiligten.

Körperverletzung und Bedrohung, so lautete der Vorwurf gegen die zwei Männer, die Ende März vergangenen Jahres einen Tornescher und dessen Schwiegervater angegriffen hatten. Dafür wurde einer der Angeklagten, ein 27 Jahre alter Lübecker, im Februar dieses Jahres zu vier Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Das Verfahren gegen den zweiten Täter, einen 26-jährigen Tornescher, stellte das Gericht damals ein − gegen Zahlung einer Geldauflage. Diese habe der Mann jedoch nicht erfüllt, sagte Richterin Renate Päschke-Jensen gestern. Entsprechend musste das Verfahren fortgesetzt werden, samt neuem Gerichtstermin.

Im Elmshorner Amtsgericht erschien der 26-Jährige gestern allerdings nicht. Wohl aber die beiden Opfer der Attacke, die erneut als Zeugen geladen waren. Aussagen mussten sie jedoch nicht, hatten den Weg entsprechend umsonst gemacht. Ärgerlich war dies vor allem für den Schwiegervater, war er nach eigenen Angaben doch extra aus Pulheim bei München in die Krückaustadt gereist.

Päschke-Jensen war dies sichtlich unangenehm. „Das ist wirklich ärgerlich und tut mir sehr leid“, sagte die Richterin. Doch die beiden umsonst Erschienenen betonten: „Sie können ja nichts dafür.“ Die beiden werden nun aus der Staatskasse entschädigt.


Verurteilter muss 900 Euro zahlen


Die Amtsanwältin, die vor Gericht die Staatsanwaltschaft vertrat, beantragte den Übergang in das schriftliche Verfahren sowie den Erlass eines Strafbefehls gegen den 26-Jährigen. Dessen wirtschaftliche Verhältnisse seien jedoch unklar, waren sich Päschke-Jensen und die Amtsanwältin einig. Nach eigenen Angaben habe er jüngst seinen Job als Abfallentsorger verloren, sagte die Richterin. Sie verurteilte den Angeklagten schließlich wegen Körperverletzung und Bedrohung zu einer Geldstrafe in Höhe von 900 Euro − und entsprach damit dem Antrag der Amtsanwältin.

Die Motive der Verurteilten blieben gestern unklar. Immerhin: Bleibende gesundheitliche Schäden haben die beiden Opfer nicht davon getragen, wie sie im Gespräch mit unserer Zeitung sagten.

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