Extremlauf : An die Belastungsgrenze gestoßen

Das hat Uwe Schinz bisher nicht erlebt. Ans Aufhören dachte er während der vierten Etappe des Extremlaufes „Bhutan – The Last Secret“. Besonders die dünne Luft des Himalaya setzte dem Heistmer zu. Am Abend wurden Körper und Geist mit vier Flaschen Cola aufgeholfen. Morgens sah die Welt schon wieder anders aus. Zwei Mitläufer sprach er an, eine Frau und einen Mann, die ein ähnliches Tempo gingen und mit denen er den Rest des Laufens bewältigen wollte. Jetzt urteilt der 62-Jährige: „Ein einmaliges Erlebnis!“

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26. Juni 2014, 20:55 Uhr

200 Kilometer waren in sechs Etappen auf dem „Dach der Welt“ zu bewältigen. Vor dem Start segnete ein Lama die Aktiven. Extreme Höhenunterschiede forderten sie. Der Start befand sich auf 1200 Metern über dem Meeresspiegel, das Ziel bei 3050 Metern. Mehrere Pässe waren zu überwinden. Der höchste Punkt liegt bei 3600 Metern. Übernachtet wurde im Zelt oder in Klöstern. Bremsen, doppelt so groß wie in Deutschland, und Blutegel behelligten die Läufer. Mal brannte die Sonne, dann regnete es heftig. Nur selten ging es über feste Straßen.

Über steinigen Untergrund, Trampelpfade zwischen Reisfeldern sowie steile Ab- und Aufstiege führte der Weg. Sumpfige, steinige und mit Wurzelstümpfen versehene Passagen waren zu bewältigen. Nach einem Sturm waren Bäume umgefallen, die quer zur Strecke lagen und überklettert oder unter denen durchgekrochen werden musste.

Beeindruckend war für Schinz die Freundlichkeit und Begeisterungsfähigkeit der Bhutanesen. Ausgebeten hatten sich die Bewohner eines Klosters, in dem die Läufer übernachteten, dass ein gemeinsames Fußballmatch ausgetragen wurde. Mit Lust und Laune wetzten die Mönche dem runden Leder hinterher.

Profitieren sollten wieder schwerstkranke Kinder von seiner Plackerei. Über seine Website konnten sich Unterstützer Kilometer „kaufen“. 1870 Euro kamen so zusammen, die an „Appen musiziert“ gehen. Die nächsten Starts sind schon geplant.

Mehr „for fun“ ist eine Veranstaltung in der Lausitz, die er mit dem Haseldorfer Lauftreff besucht. Im August will Schinz seinen ersten „Ironman“ absolvieren. In Glücksburg geht es über die Triathlon-Distanz, die auch auf Hawaii zu bewältigen ist. An seine Grenzen wird er im Herbst beim „Goldsteig Ultra Race“ wieder stoßen. Schinz erklärt: „Die Veranstalter gehen davon aus, dass nur Einzelne es schaffen.“ www.extremläufer.de

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