zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

16. August 2017 | 20:00 Uhr

Kontrovers : Amt Haseldorf wird aufgelöst

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Auflösung des Amts Haseldorf ist so gut wie besiegelt. Der Amtsausschuss beschloss am Dienstag mehrheitlich, die Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Uetersen zum Jahresende zu kündigen. Die Gemeinden Haseldorf, Haselau und Hetlingen wollen unter das Dach des Amts Moorrege schlüpfen. Die Kommunalaufsicht, der Kreistag und der Innenminister müssen aber noch zustimmen.

Der Amtsvorsteher und Haselauer Bürgermeister Rolf Herrmann (CDU) bildete das Zünglein an der Waage. Mit einer umstrittenen Enthaltung löste er das bestehende Patt im Ausschuss auf und gab den Weg für den Wechsel frei. Begründung: Andernfalls strebten Haseldorf und Hetlingen allein den Schritt nach Moorrege an. Er rechne damit, dass sie notfalls dafür klagen, und wolle einen zweijährigen Schwebezustand verhindern. Gerührt fragte er: „Ist es besser, einen Schrecken zu haben oder ihn vor uns herzuschieben?“´

Wie im Dezember stimmten die Hetlinger Bürgermeisterin Monika Riekhof (CDU), ihr Haseldorfer Kollege Uwe Schölermann (CDU) und Michael Rahn (Freie Wahlgemeinschaft Hetlingen) für die Auflösung des Vertrags mit Uetersen. Dagegen wollten Gunter Küchler (Freie Wählergemeinschaft Haselau) und Boris Steuer (SPD Haseldorf) daran festhalten. Herrmann enthielt sich. Bei der anschließenden Frage über den Wechsel zum Amt Moorrege stimmte er mit Ja.

Der Entscheidung im Haseldorfer Hof ging eine etwa zweistündige kontroverse Diskussion voraus. Etwa 100 Zuhörer besuchten die Sitzung. Die meisten lehnten die Amtsauflösung ab, allen voran der ehemalige Vorsteher Heinz Lüchau. „Mir würde das sehr leid tun, wenn ihr heute Abend unser kleines schnuckeliges Amt zu Grabe tragt“, sagte er. Die Einwohner hätten sicherlich anders entschieden. Herrmann betonte, dass die Ausschussmitglieder frei abstimmen. Geld spielte bei der Entscheidung keine Rolle. Die Verwaltungsleistung der Stadt und des Amts koste in etwa dasselbe, so Herrmann. Der für 950000 Euro geplante Anbau am Amt Moorrege für die acht Mitarbeiter des Amts Haseldorf sei dabei berücksichtigt.

„Es gibt andere Gründe, die wir nicht nennen wollen. Wir wollen keine schmutzige Wäsche waschen“, sagte Schölermann. Herrmann betonte, dass es gegenüber der Stadt „keine größeren Beschwerden“ gab. Doch nannte er ein negatives Beispiel: Auf die Anfrage eines Gemeindevertreters hin erklärte sich ein Verwaltungsmitarbeiter mehrfach für nicht zuständig und habe erst geantwortet, nachdem Herrmann die Frage umformuliert habe.

Uetersens Bürgermeisterin Andrea Hansen bedauerte die Kündigung der Kooperation.

zur Startseite

von
erstellt am 24.Feb.2016 | 21:27 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert