Analyse : Altersarmut soll sich bis 2020 verdoppeln

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Die Alters-armut im Kreis Pinneberg wird sich bis 2020 fast verdoppeln. Das geht aus einer gestern veröffentlichten Untersuchung des Pestel-Instituts in Berlin hervor.

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24. Oktober 2011, 20:38 Uhr

Von knapp 64500 Rentner im Kreis Pinneberg bezogen im Jahr 2009 rund 1370 die staatliche Grundsicherung. Das entspricht 2,12 Prozent. Im Jahr 2020 werden allerdings etwa 2700 von 67100 und damit vier Prozent der Pensionäre auf diese Unterstützung angewiesen sein. Bisher bewegte sich die Quote der Grundsicherungs-Empfänger im Kreis unter dem Bundesdurchschnitt (2,37 Prozent). Künftig wird sie darüber liegen, sagt das Pestel-Institut voraus. Als Grund für diese Entwicklung nannte Instituts-Mitarbeiter Matthias Günther den steigenden Anteil von Rentnern mit „gebrochenen Erwerbsbiografien“. Arbeitslosigkeit, Niedriglöhne und geringfügige Beschäftigungen würden die Altersbezüge sinken lassen. Zudem sorgten Selbstständige zu wenig vor. Ein Folgeproblem: „Viele Rentner werden sich ihre jetzigen Wohnungen künftig nicht mehr leisten können“, so Günther. Der Regelsatz der Grundsicherung beträgt nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung 364 Euro. Dazu kommen unter anderem Beiträge für Unterkunft und Heizung. Bezahlbar seien für viele alleinlebende ältere Menschen höchstens noch Wohnungen mit 30 bis 40 Quadratmetern, betont Günther.

Auftraggeber der Analyse ist die „Initiative Impulse für den Wohungsbau“, ein Zusammenschluss der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, des Bundesverbands Deutscher Baustoff-Fachhandel und der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau. Sie fordert die Bundesregierung auf, den sozialen Wohnungsbau zu fördern und das Programm „Altersgerecht Umbauen“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) um 100 Millionen Euro aufzustocken. Der Bund will es einstellen.

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