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Jahresrückblick mit Ausblick II : Alte Schule wurde gebührend gefeiert

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ihre Gemeinschaft haben die Groß Nordender im Sommer 2015 groß gefeiert. Im Rahmen des Dorffestes wurde der 100. Geburtstag der alten Schule – des markantesten Gebäudes des Ortes, in dem heute die Gemeinderäume zu Hause sind – gewürdigt. Auf dem Programm standen ein „Tag der offenen Tür“ der Freiwilligen Feuerwehr, ein geselliger Abend, ein Gottesdienst und ein Treffen ehemaliger Schüler, die noch in der Groß Nordender Schule die Schulbank gedrückt hatten.

shz.de von
erstellt am 05.Jan.2016 | 21:09 Uhr

Politisch engagierten sich viele der rund 700 Einwohner im vergangenen Jahr für Projekte in der Region. „Das Thema Suedlink ist zwar nicht vom Tisch, aber nach der Entscheidung der Bundesregierung, die Stromleitung für Windenergie unterirdisch zu verlegen, ist zurzeit Pause in der Diskussion“, sagte die Gemeindechefin. Sie befürwortet eine Trasse nördlich des Kreises Pinneberg. Unterstützung aus Groß Nordende gab es ferner für die Tornescher Bürgerinitiative „Dorfbahnhof? Nein Danke“.

Auch die Unterschriftenaktion von Uetersener Eltern, die sich für die Dreizügigkeit der Friedrich-Ebert-Schule einsetzten, erhielt Rückendeckung aus Groß Nordende. Denn die meisten der sechs- bis zehnjährigen Kinder aus Groß Nordende besuchen die Uetersener Grundschule. Ferner setzte sich Bürgermeisterin Ehmke für den Erhalt der Eigenständigkeit der Dörfer ein (siehe Kasten).

In die Schlagzeilen geriet Groß Nordende im Juni. Der 47 Jahre alte Morten Bauer, der seit zwölf Jahren als „Berufswikinger“ in der Gemeinde lebt, wurde in der NDR-1-Welle-Nord-Sendung „Von Binnenland und Waterkant“ als „Top Schleswig-Holsteiner“ vorgestellt. Vielen Groß Nordendern sind die „Spiele ohne Grenzen“ in guter Erinnerung. Sie werden alle zwei bis drei Jahre unter den Nachbargemeinden ausgetragen. Auch wenn der Sieg und damit die Ausrichtung der nächsten Spiele nach Seestermühe ging, hatten die 14 Groß Nordender Spieler und ihre begleitenden Fans viel Spaß.

Der Schreck über den Brand im Groß Nordender Jugendraum im Dezember ist noch nicht wirklich verdaut. „Die Untersuchungen sind aber abgeschlossen. Die Versicherung übernimmt die Kosten und damit können die Renovierungsarbeiten beginnen“, so die Bürgermeisterin. 2016 liegt einiges an. Große Sprünge sind allerdings nicht möglich. „Wir müssen das Darlehen abzahlen, das wir für die Regenentwässerung aufnehmen mussten“, so Ute Ehmke. „Wir konzentrieren uns auf die Unterhaltung der Gebäude“, ergänzte sie. Das Dach der alten Schule liegt an. Außerdem hat die Feuerwehr Wünsche angemeldet.

Appell: Selbstständigkeit der Dörfer erhalten

Bürgermeisterin Ute Ehmke setzt sich für den Erhalt der Selbstständigkeit der kleinen Kommunen in Schleswig-Holstein ein. „Wer an der Eigenständigkeit der Dörfer rührt, der zerstört das ehrenamtliche Engagement in den Gemeinden und entzieht ihnen ihre Basis“, so ihre Befürchtung.

Sie appelliert an ihre Amtskollegen, sich nicht auf den Standpunkt „Da wird nichts draus“ zurückzuziehen, sondern Stellung zu beziehen. Sie selbst ist von der im schleswig-holsteinischen Landtag beschlossenen Änderung der Gemeindeordnung alarmiert. „Das für Inneres zuständige Ministerium kann anordnen, dass ein Amt die Verwaltung einer größeren amtsangehörigen Gemeinde in Anspruch nimmt oder mit einer nicht amtsangehörigen Gemeinde eine Verwaltungsgemeinschaft bildet, wenn dies einer leistungsfähigen, sparsamen und wirtschaftlichen Verwaltung dient“, heißt es da. „Demnach kann der Innenminister Verwaltungsgemeinschaften anordnen. Für den Kreis Pinneberg wird es da keine Sonderlösung geben“, so ihre Befürchtung. Auch mit der angestrebten Neuzusammensetzung der Amtsausschüsse ist sie nicht einverstanden. „Die kleinen Gemeinden werden dann zukünftig überstimmt und gehen unter“, kritisierte die Groß Nordender Bürgermeisterin. Aus ihrer Sicht identifizierten sich die Menschen mit ihren Dörfern und sind nur deshalb bereit, sich vor Ort einzubringen. Dadurch lasse sich vieles auf dem kleinen Dienstweg regeln. „Einerseits wird das Ehrenamt gelobt, andererseits will man es abschaffen. Das passt nicht zusammen“, so Ehmke. Das gelte neben dem Bereich der Kommunalpolitik auch für die Freiwillige Feuerwehr und die Betreuung von Flüchtlingen.

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