Seniorenbeirat : Alt aber weiterhin selbstständig

Großes Interesse herrschte an der jüngsten Sitzung des Seniorenbeirates. Den Grund bildete ein Referat zum Thema „Bielefelder Modell“, vorgetragen von Ursula Kleinert vom Seniorenrat der Stadt Elmshorn. Dort hat man bereits Erfahrung mit dem generationsübergreifenden Wohnen und Leben im Quartier. An der Bleekerstraße soll ein ähnliches Projekt entstehen.

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18. März 2014, 17:15 Uhr

Doch der Bedarf am selbstbestimmten Leben und Wohnen im Alter ist weitaus größer, verdeutlichte die Referentin den anwesenden, unter anderem Bürgervorsteher Adolf Bergmann und Bürgermeisterin Andrea Hansen, die beiden an der Sitzung teilnehmen, die vom Seniorenbeiratsvorsitzenden, Uwe Staack, geleitet wurde.

Aufgrund des demographischen Wandels gewinnt das Thema Selbstbestimmtheit bis ins hohe Alter mehr und mehr an Bedeutung. Mit der Zunahme des Anteils älterer und hochbetagter Menschen in der Gesellschaft nimmt gleichzeitig auch die Zahl der pflegebedürftigen Menschen zu und somit der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum und quartiersbezogenen, niederschwelligen Versorgungsangeboten.

Auch immer mehr jüngere Menschen mit Behinderungen wünschen sich eine eigene Wohnung, in der sie selbstbestimmt nach Bedarf Unterstützungsleistungen in Anspruch nehmen können. Uns alle eint der Wunsch, in der vertrauten Wohnumgebung alt werden zu können und nicht allein aufgrund von Krankheit oder abnehmenden körperlichen Fähigkeiten umziehen zu müssen.

Vor diesem Hintergrund hat die Bielefelder Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft gemeinsam mit einem sozialen Dienstleister und der Stadt Bielefeld bereits in den 1990er Jahren mit dem „Bielefelder Modell“ ein Konzept entwickelt, das inzwischen bundesweit Aufmerksamkeit auf sich gelenkt hat und bereits häufig kopiert worden ist.

Die Besonderheit ist ein quartiersbezogener Ansatz des Wohnens mit Versorgungssicherheit ohne Betreuungspauschale. Einbezogen in bestehende Wohnquartiere und in guter infrastruktureller Anbindung werden älteren Menschen oder Menschen mit Behinderung komfortable und barrierefreie Wohnungen angeboten. Kombiniert ist dieses Angebot mit einem Wohncafé als Treffpunkt und Ort der Kommunikation, der allen Menschen in der Nachbarschaft offen steht. Gleichzeitig ist ein sozialer Dienstleister mit einem Servicestützpunkt und einem umfassenden Leistungsangebot rund um die Uhr im Quartier präsent. Alle Mieter können auf die Hilfs- und Betreuungsangebote zurückgreifen, müssen diese aber nur im tatsächlichen Bedarfsfall bezahlen. Die Generationen sollen sich wieder vernetzen. Ursula Kleinert appellierte an die Entscheidungsträger der Stadt, sich mit der Schaffung von Strukturen zu befassen, mit denen ein selbstbestimmtes Leben lange möglich ist.

Auch Bauherren und Investoren sollten sich mit den Ansprüchen des Wohnens im Alter befassen, Barrierefreiheit sei im übrigen bereits ein Thema für junge Mütter mit Kinderwagen. Weiteres zum Thema: „www.netzwerk-Song.de“, „www. kda.de“, „www.altundjung.org“.

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