Hobby-Historiker : Als Dänen in der Marsch herrschten

Einst stand er wenig beachtet im Straßengraben zwischen Haselau und Heist. Dann wurde das Gebilde auch noch umgestoßen. Bei Straßen- oder Mäharbeiten, so vermuten die Bürgermeister Rolf Herrmann und Jürgen Neumann, ist der obere Teil des Steines abgetrennt worden. Nun steht er wieder am Heister Feld, wenn auch leicht versetzt, damit ihn die Menschen besser wahrnehmen können.

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23. Oktober 2012, 21:07 Uhr

Der Grenzstein ist im Jahr 1800 gesetzt worden und ist damit ein Dokument aus einer „wilden Zeit in Schleswig-Holstein“, so Herrmann. Er zeigt zudem den Übergang zwischen Haselau und Heist, zwischen der Marsch und der Geest auf.

Mit dem Stein wurde die damalige Grenze zwischen dem Gut Haseldorf und der Herrschaft Pinneberg markiert. Letzteres ist durch die Abkürzung „HP“ kenntlich gemacht. Die Herrschaft Pinneberg befand sich in Schauenburgischem Besitz. Die Haseldorfer Güter gehörten 1800 zu Dänemark, was die Buchstaben „CR“ symbolisieren. Die Abkürzung steht für „Christian Rex“, also Christian VII. von Dänemark.

Bereits 1992 hatte sich der Heistmer Heimatforscher Ewald Both vorgenommen, den Grenzstein wieder der Aufmerksamkeit der Menschen zukommen zu lassen. Das Projekt wurde jedoch nicht realisiert.

Der Haselauer Bürgermeister nahm im vergangenen Jahr die Idee wieder auf und ließ den demolierten Grenzstein von den Amtsarbeitern in den Bauhof transportieren. Gegenüber den Uetersener Nachrichten berichtete Herrmann von den Plänen. Dieser Artikel fiel fünf rüstigen Rentnern in die Hände. Sie engagieren sich ehrenamtlich in Archiven, Geschichtswerkstätten sowie Denkmalämtern. Und die Hobby-Historiker haben sich die Aufgabe gestellt, die Grenzsteine der Herrschaft Pinneberg ausfindig zu machen und wenn nötig zu restaurieren. Denn 200 Steine hatte es einst zwischen Eimsbüttel, Ulzburg, Elmshorn und Wedel gegeben. 139 sind heute erhalten. Rund 30 wurden durch die Bemühungen der Fünf gerettet.

Einige waren aus Holz gefertigt und sind einfach im Laufe der Zeit verrottet. „Die Bedeutung der Säulen wurde vielfach verkannt und bei Bauarbeiten landeten sie im Steinbruch“, erklärt Joachim Grabbe.

Er gehört zu den Freizeitforschern, die mit Herrmann Kontakt aufnahmen. Die Männer übernahmen es, den Stein zu restaurieren und aufzustellen. Amtsarbeiter haben danach Pflasterstein um die Säule verlegt.

Die Gelegenheit des Pressegesprächs zur Wiederaufstellung des Grenzsteins nutzten Herrmann und Neumann nun, um sich bei Grabbe für die Arbeit der ehrenamtlichen Geschichtswissenschaftler zu bedanken.

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