zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

22. Oktober 2017 | 23:25 Uhr

Posse : „Alles sehr schwierig“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Kreis Pinneberger waren schon immer dafür bekannt, ein hartnäckiges Völkchen zu sein. Und wer das Herz ihres Landkreises, den wichtigsten Treffpunkt der Pinneberger, nämlich ihren Kreistag für einen Vergleich herhalten lässt, bei dem es um Geringschätzung und Desinteresse geht, der muss damit rechnen, dass das Folgen hat: Vergangenen Sommer war es, als sich der Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz, in einem „SPIEGEL“-Interview darüber beschwerte, dass sein EU-Parlament zwar 500 Millionen Menschen vertrete, dennoch aber nur die Wahrnehmung habe, wie der Kreistag von Pinneberg.

shz.de von
erstellt am 18.Feb.2014 | 21:40 Uhr

Das veranlasste den Fraktionsvorsitzenden der Pinneberger Grünen, Thomas Giese, im Namen der gesamten Fraktion an den Kreistagspräsidenten Burkhard E. Tiemann zu schreiben und ihn zu bitten, Schulz doch einfach mal nach Pinneberg einzuladen, einen Termin habe Schulz Giese bereits vorgeschlagen; nämlich den 17. Juni. Tiemann entschied sich dann dafür, Schulz eine Einladung für den 24. April auszusprechen, da an diesem Tag der letzte Kreistag der laufenden Wahlperiode stattfand. Die Antwort folgte prompt durch den Presseattaché Schulz’, Markus Engels: Schulz habe, so war zu lesen, „grundsätzlich Interesse, vor Ort mit dem Kreistag über seine Arbeit zu sprechen“, er sei sich aber nicht sicher, ob ein Festhalten am 17. Juni sinnvoll sei und bat um einen Alternativvorschlag. Dass Schulz damit gar nicht auf den von Tiemann vorgeschlagenen 24. April eingegangen war, übersah der Kreispräsident großzügig und übermittelte sämtliche für das Jahr 2013 feststehenden Termine aller Kreistagssitzungen. Alle Termine seien „schwierig“, lautete die umgehende Antwort. Tiemann übermittelte daraufhin unbeirrt sämtliche Kreistagstermine für das Jahr 2014. Die Antwort: Jene Termine seien „sehr schwierig“. Für das letzte Quartal wolle man „mal schauen“, ob sich ein Besuch einrichten lasse. Daraufhin sprach Tiemann Schulz eine erneute Einladung an einem von Schulz selbst zu bestimmenden Termin aus. Die Antwort hierauf dauerte einen ganzen Monat: Leider sei in der laufenden Legislaturperiode kein Besuch mehr möglich; Schulz’ Terminkalender sei komplett ausgebucht.

Im Kreistag ist man sich sicher, dass dem Parlamentspräsidenten Schulz das Pinneberger Augenzwinkern über die vielen Briefwechsel hinweg nicht verborgen geblieben ist.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert