Bilanz für 2017 : „Alle für einen“ muss weiter funktionieren bei der Uetersener Feuerwehr

20, 30 und sogar 50 Jahre haben sie der Freiwilligen Feuerwehr Uetersen die Treue gehalten und wurden dafür geehrt.
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20, 30 und sogar 50 Jahre haben sie der Freiwilligen Feuerwehr Uetersen die Treue gehalten und wurden dafür geehrt.

Uetersens Feuerwehrführung stellt hohe Leistungsstandards fest. Knapp 200 Einsätze im vergangenen Jahr.

shz.de von
15. Februar 2018, 12:30 Uhr

Uetersen | Bedauern und Freude auf der Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Uetersen und die Erkenntnis, dass in der Wache Am Seeth das ganze Jahr über wirklich eine Menge zu leisten ist. Denn der Leitsatz der Wehren „Alle für einen, einer für alle“ gilt schließlich auch für die Bürgerschaft, in der sich zunehmend die Erwartung ausbreitet, dass die Feuerwehr für nahezu jede Dienstleistung zur Verfügung steht.

Mit dieser Vermutung beschäftigten sich nicht nur Wehrführer Karsten Schütt, sondern auch Stellvertreter Frank Girnus, die mit handfesten Beispielen aus der Praxis der Feuerwehr aufwarten konnten. „Ein Ast auf der Straße, daneben ein kräftiger Mann, der aus dem Auto heraus die Feuerwehr ruft. Aussteigen und selbst wegräumen kam für ihn nicht infrage“, schilderte Schütt unsinnige Einsätze, für die gleich eine ganze Reihe von Feuerwehrleuten mobilisiert werden und das an einem ganz normalem Arbeitstag, an dem sich die berufstätigen Helfer frei nehmen müssen. Auch eine Ente auf einem Baum sei kein Grund für einen Alarm, denn Enten können im Gegensatz zu Feuerwehrleuten wirklich fliegen.

198 Einsätze hat die Freiwillige Feuerwehr Uetersen im vergangenen Jahr gefahren, darunter waren 39 Brände, 99 technische Hilfsleistungen und dabei 60 Wetterschäden. 36-mal wurde die Feuerwehr umsonst alarmiert, 22-mal hat sie umliegende Wehren unterstützt. Bei allen Einsätzen sind 18 Menschen gerettet worden, für vier Menschen kam allerdings jede Hilfe zu spät, sie konnten nur noch tot geborgen werden.

Besonders viel Arbeit brachten der Feuerwehr der Sturm am 13. September und die Stürme Xavier am 5. Oktober und Herwart am 29. Oktober. Schütt bedauerte, dass das Interesse der Schulen an Brandschutzerziehung und -aufklärung zurück geht, lediglich die Rosenstadtschule habe eine Feuerwehr-AG ins Leben gerufen und sieben Schüler zu Brandschutzhelfern ausbilden lassen. Innerhalb der Uetersener Wehr sieht das mit der Ausbildung indes ganz anders aus: 36 interne Ausbildungsdienste zeugen von einer hohen Bereitschaft, Fortbildungen gibt es an der Kettensäge, bei Hubrettungsgeräten und im Atemschutz, ebenfalls Ausbildungen auf Kreis- und Landesebene. Insgesamt blicken die Uetersener ehrenamtlichen Helfer auf stolze − geschätzte − 10 500 Stunden bei der Ausbildung, in der Verwaltung und im Dienst zurück.

Das wissen natürlich auch Verwaltung und Politik der Stadt Uetersen hoch zu würdigen. Bürgermeisterin Andrea Hansen (SPD) lobte die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Wehr und die bestens funktionierende Führung der Feuerwehr, die die Stadt sich sicher fühlen lasse.

Nur für ein Problem findet sich bei Verwaltung, der Politik, beim Kreiswehrführer und innerhalb der Wache am Seeth keine Lösung: Nachwuchssorgen. Denn viele Menschen können tagsüber nicht mal schnell bei Alarm einspringen, arbeiten auswärts oder werden von ihren Arbeitgebern dafür nicht freigestellt. „Da müssen wir wohl ganz neue Wege gehen“, sagte Kreiswehrführer Frank Homrich. Zeigen konnte er diese Wege allerdings auch nicht.

Ehrungen, Beförderungen und Neuaufnahmen

Neu aufgenommen und nach Probezeit in der FFW Uetersen verpflichtet: Steven Becker, Adnan Safi, Marcel Bock, Alex Habermann, Oliver Grabbe; Aus der Jugendfeuerwehr: Michel Fetzer, David Früchtenicht, Emely Fritz, Felix Skories; Für zehn Jahre Zugehörigkeit geehrt: Björn Angrick, Lars Hoffmann, Maike Pagelkopf, Timm Petersen, Isabel Warstatis; Für 20 Jahre Zugehörigkeit: Ralf Lange und Stefan Gethöffer; Für 30 Jahre Zugehörigkeit: Thorsten Lass; Für 50 Jahre Zugehörigkeit: Hermann Sudeck; Beförderungen: Vom Feuerwehrmann zum Oberfeuerwehrmann: Sascha Fuchs, Steven Becker, Adnan Safi, Florian Süllau; Von der Oberfeuerwehrfrau zur Hauptfeuerwehrfrau: Sigrid Achsel und Maike Pagelkopf; Vom Oberfeuerwehrmann zum Hauptfeuerwehrmann: Christopher Babecki, Niklas Eifert; Vom Hauptfeuerwehrmann zum Löschmeister: Helge Girnus, Jan Niklas Perrey; Vom Löschmeister zum Oberlöschmeister: Marco Diederich, Benjamin Glaette, Christian Kunze, Detlef Zühr. Vom Oberlöschmeister zum Hauptlöschmeister: Markus Schmidt; Neuaufnahmen aus anderen Freiwilligen Feuerwehren: Jerome Großlaub, Isabel Warstatis, Björn Matthiessen, Simon Falge, Sören Sommer, Dennis Ossenbrüggen.

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