Leichtathletik : Alina Ammann läuft neue Fabelzeit

Diese Zeit lässt die Leichtathletik-Szene seit dem Abend des Pfingstsonntags aufhorchen! Gleich in ihrem ersten 800-Meter-Lauf dieser Freiluftsaison sorgte die Tornescherin Alina Ammann für eines der herausragendsten Ergebnisse beim 33. Pfingstsportfest in Zeven: Die LMG-Schülerin lief in 2:05,05 Minuten nicht nur persönliche Bestzeit, Meeting-Rekord für alle Jugendklassen und sogar der Frauenwertung, sondern unterbot auch die WM-Norm für die weibliche Jugend U20 von geforderten 2:06,0 Minuten. Mit dieser Zeit erfüllt

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13. Juni 2014, 19:06 Uhr

Alina Ammann, die seit 2013 dem Bundeskader C angehört, sogar die Bundes-B-Kadernorm. Meeting-Direktor Jens Dohrmann überreichte der Athletin des TuS Esingen für ihre starke Leistung spontan einen Sonderpreis. Auf Landesebene bedeutet diese Zeit sowohl einen neuen Landesrekord ihrer Klasse (U18), als auch einen neuen Landesrekord der weiblichen Jugend unter 20 Jahre. Alina Ammann pulverisierte damit um 3,5 Sekunden den ältesten Landesrekord über 800 Meter, der 1978 (!) von Karin Bülow aufgestellt wurde.

Bundesweit liegt die Tornescherin zurzeit sowohl in der U18 als auch in der U20-Klasse auf Platz eins. Dass ein derart sensationeller Lauf so manches ändern könnte, zeigt ein Blick auf die Weltbestenliste: Zurzeit ist Alina Ammann die weltschnellste 16-jährige 800-Meter-Läuferin und liegt auf Rang zwei ihrer Altersklasse: Lediglich die 17-jährige US-Amerikanerin Alexa Efraimon (2:04,10 Minuten) lief bisher weltweit schneller. In der Weltbestenliste der U20, deren WM in diesem Jahr in Eugene (USA) stattfindet, liegt Alina Ammann auf Platz 14. Zum Lauf selbst: Als jüngste Starterin im Teilnehmerfeld startete Alina Ammann mit einer weiteren Athletin auf der zweiten Bahn und kam sehr gut ins Rennen. „Unser Ziel bei ihrem erstem Lauf in diesem Jahr war, die 1400 Meter in rund 61 Sekunden anzugehen und danach Volldampf bis zum Schluss – in der Hoffnung, dass eine Zeit deutlich unter 2:10,0 Minuten herausspringt“, berichtete Dirk Junge, einer der Esinger Trainer. Nachdem Alina Ammann die ersten 400 Meter sogar in etwa 59 Sekunden anlief, waren alle Zuschauer auf die zweite Runde gespannt. Als die Tornescherin die 600 Meter in etwa 1:31 Minuten passierte, stieg die Anspannung der Beobachter noch mehr: Würde die 16-Jährige die WM-Norm unterbieten, oder auf den letzten 200 Metern stark einbrechen?

„Von Beginn bis zum Ziel lief sie ein couragiertes Rennen: Sie war schnell, locker und behielt bis zum Schluss ihren Schritt“, lobte Dirk Junge gleich nach dem Zieleinlauf. Trainer und Vater Michael Ammann jubelte: „Das war ein großartiger Lauf, der mich zunächst einfach sprachlos machte und dann sehr zufrieden und glücklich!“ Sichtlich beeindruckt waren nicht nur alle anwesenden Läufer, Zuschauer, Trainer und Vereinskameraden des TuS, sondern auch Adi Zaar: „Das war eine herausragende Zeit, Arbeit und Vorstellung“, lobte der Bundestrainer – und lud Alina Ammann sogleich zu den Nominierungswettkämpfen für die U20-Weltmeisterschaft ein. Zusätzlich bekam die Esingerin eine Einladung zur 21. Auflage der „Bauhaus-Junioren-Gala“ in Mannheim im Juli.

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