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Jahresversammlung bei den Sanitätern : Alarmierend: Das DRK blutet aus!

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Keine Party ohne sie: Die Sanitäter des Uetersener Deutschen Roten Kreuzes (DRK) standen 2012 beim Hallenfußballturnier in der Rosenstadt, beim Moorreger Karneval, beim Maifeuer auf der Deekenhörn, beim Wahlkampf mit der Bundeskanzlerin in Tornesch, beim Uetersener Deichpiratenfestival, beim Mounted-Games-Reitturnier in Tornesch, beim Tower-Festival in Heist, bei der Seniorenweihnachtsfeier der Stadt Uetersen und vielen anderen Veranstaltungen ihren Mann und ihre Frau.

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2013 | 21:44 Uhr

Sie sind oft die ersten, die kommen, und die letzten, die gehen. Doch langsam geht dem Verein die Puste aus.

Die Zahl der Mitglieder halbierte sich während der vergangenen zehn Jahre und liegt nun bei 238. Im selben Maß gingen die Beiträge zurück. Auch die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung sank. „Irgendwann haben wir schlicht kein Geld mehr“, sagte der Ortsvereinsvorsitzende Thomas Stange während der Jahresversammlung. Dazu kommen wachsende berufliche Anforderungen für die Bereitschaftsmitglieder. Arbeitgeber verlangen immer mehr Flexibilität. „Wir müssen viele Sanitätsdienste absagen, weil wir keine Leute haben“, so Stange.

Uetersener Sanitäter waren dadurch nur noch 630 Stunden lang bei Veranstaltungen im Einsatz, 16 Prozent weniger als im Vorjahr. „Es gab bei einigen Mitgliedern die Bereitschaft, bis zur Selbstausbeutung zu arbeiten“, sagte der Bereitschaftsleiter Kay Neumann. Doch manchmal sei ihm der Spaß an der Arbeit vergangen.

Auch die hauptamtliche Unterstützung des Vereins fiel im vergangenen Jahr weg. Der ehrenamtliche Vorstand sah sich nicht in der Lage, die gestiegenen Anforderungen der Berufsgenossenschaft zu erfüllen, und entließ daher seine Bürokraft und seine Reinigungsfrau. Nicht zuletzt fehlt es an Nachwuchs. Die Hoffnungen der Retter liegen daher auf dem neuen Schulsanitätsdienst am Ludwig-Meyn-Gymnasium.

Rund 20 Schüler der Jahrgänge 9 bis 11 schieben in den Pausen und bei Sportereignissen Schicht als Helfer in der Not. Sie sind sehr motiviert. Schriftführer Stefan Preck glaubt dennoch nicht an einen Mitgliederschub: Die Schüler seien durch den Nachmittagsunterricht stark eingebunden.

Trotz aller Probleme ließen sich die 20 Teilnehmer der Versammlung nicht ihre Zuversicht nehmen.

Stolz zeigte Preck anhand vieler Bilder, wie wenige Helfer mit großer Ausdauer eine Garage für einen neuen Rettungswagen gebaut hatten. Inklusive dieser Arbeit, Versammlungen und anderen Tätigkeiten kamen die 16 Bereitschaftsmitglieder auf 3500 Stunden Dienst. Bürgermeisterin Andrea Hansen zeigte sich beeindruckt: „Das ist ganz hoch anzuerkennen“, sagte sie.

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