Harmonia gibt Konzert in Tornesch : Akkordeonorchester trifft den Geschmack des Publikums

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Das VHS-Akkordeonorchester Harmonia spielte unter der Leitung von Leonid Klimaschewski vor ausverkauftem Haus.
Das VHS-Akkordeonorchester Harmonia spielte unter der Leitung von Leonid Klimaschewski vor ausverkauftem Haus.

„Musical trifft Operette“: Das Ensemble der VHS erntet im Pomm 91 jede Menge Applaus.

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04. Dezember 2018, 14:05 Uhr

Tornesch | Kein klassisches Adventskonzert, sondern unter dem Motto „Musical trifft Operette“ spielte das VHS-Akkordeonorchester Harmonia am Freitag, 30. November, in der Klaus-Groth-Schule in Tornesch und traf damit genau den Geschmack des Publikums. Begeistert summte, sang und klatschte es mit. Sowohl beliebte als auch weniger bekannte Stücke standen diesmal auf dem Programm. Die 13 Musiker unter der Leitung von Leonid Klimaschewski bewiesen einmal mehr, dass sie nicht nur die schwungvollen Melodien, sondern auch die gefühlvollen, leisen Töne beherrschen, wie in „Three Roses“ von Kölz oder „Tango Sentimentale“ von Würthner. Am Schlagzeug begleitete sie diesmal Peter Greszek.

Komplimente für Sopranistin

Besondere Höhepunkte waren die Gesangspartien von Vera Borisowa. „Du siehst toll aus, singst hammermäßig und bist schauspielerisch top“, machte Moderator Alf Säuberlich der Sopranistin gleich drei Komplimente. Mit ausdrucksvoller Gestik und Mimik unterstrich diese ihren Gesang, in einer Arie aus der Operette „Die Straßensängerin“ von Offenbach mimte sie überzeugend einen Schwips, hielt sich kichernd erst am Dirigentenpult fest, dann am Dirigenten selbst und drückte ihm abschließend noch ein dickes Bussi auf die Wange. Mit dem Thema aus „Das Phantom der Oper“ leitete das Orchester zu „Think of Me“ über. Das Lied war maßgeschneidert für Borisova, hatte sie die Christine in dem Weber-Musical erst in Hamburg acht Jahre in Erstbesetzung, später in Kopenhagen und Sankt Petersburg gesungen. Zu Beginn des zweiten Teils präsentierte das Orchester ein elfminütiges Medley aus dem Musical „Cabaret“. „Wissen Sie, wie lange man üben muss, um elf Minuten Musik auf die Bühne zu kriegen?“ fragte Säuberlich das Publikum. Die Leichtigkeit, die die Musiker vermittelten, ließen die vielen Probenabende und Übungsstunden nicht erahnen.

"Classical Nonsense Parade" als Zugabe

Die Spielfreude des Orchesters erlebte ihren Höhepunkt bei der „Classical Nonsense Parade“ als Zugabe. Der Radetzky-Marsch ging in einen Gassenhauer über, „Hoch soll er leben“, klang an, Mozarts „Kleine Nachtmusik“ wurde in die „Holzackerbuam“ überführt. Klimaschewski verwarnte seine Musiker mit scharfem Pfiff aus der Trillerpfeife und gelber Karte, bekam später ein Glas Wein gereicht und legte beim Can Can von Offenbach eine kleine Tanzeinlage hin. Mit „Auf Wiedersehen“ verabschiedete sich das Orchester von seinem Publikum, das den Musikern langen, begeisterten Applaus spendete.

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