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Abwasserverband Elbmarsch : Ärger über Bürgermeister-Mail

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Das hat mich richtig geärgert“, so der erste stellvertretende Haselauer Bürgermeister Gunter Küchler (FWH). Eine in seinen Augen geharnischte Mail hatte er von dem Haseldorfer Bürgermeister jüngste Amtsausschusssitzung bekommen.

Ein paar Tage ließ er die Sache sacken und beriet sich mit seinen Freunden von der Wählergemeinschaft. Jetzt steht für ihn fest: „So etwas gehört an die Öffentlichkeit.“ Im Amtsausschuss war der Versuch gescheitert, die Entscheidung auf die AVE-Mitgliederversammlung zu übertragen, wer in der Verbandsversammlung des Abwasser-Zweckverbandes (AZV) Pinneberg sitzt. Derzeit ist es Amtsvorsteher Rolf Hermann. Der wurde jedoch heftig von Schölermann wegen dessen angeblich schwachen Informationsflusses aus dem Gremium kritisiert.

In der Mail, die den UeNa ebenso vorliegt wie Küchlers Antwort, unterstellt der Bürgermeister dem Haselauer, dass er die Zusammenhänge nicht richtig erkannt hat. Schölermann bittet ihn, seine Entscheidung noch einmal zu überdenken. Nach Informationen der Freien Wähler soll es eine Absprache gegeben haben, wonach in der nicht-öffentlich tagenden AVE-Mitgliederversammlung Amtsvorsteher Rolf Herrmann auf seinen Sitz zugunsten des Haseldorfer Bürgermeisters verzichtet hätte.

Amtsausschussmitglieder seien zwar frei in ihren Entscheidungen, steht für den FWH-Vorsitzenden Michael von Malottki fest. „Sie kommen aber auch nicht aus dem Nichts.“ Die Haselauer Gemeindevertretung hatte beschlossen, das es unverändert bleiben soll und dies habe Küchler mit seinem Abstimmungsverhalten zum Ausdruck gebracht.

Küchler, von Malottki und Marco Küchler, Fraktionssprecher der FWH, fühlen sich von Herrmann im Gegensatz zu Schölermann gut informiert. „Wenn ich etwas wissen will, kann ich doch nachfragen“, so Gunter Küchler.

Gleich Positives berichten sie übrigens über den Vorgänger von Herrmann, Heinz Lüchau, der bis zur Kommunalwahl 2012 Amtsvorsteher war und damit in der AZV-Verbandsversammlung saß. „Für mich ist die Gesamtkonstellation gleich geblieben, also brauchen wir auch keine Veränderung“, steht für den ersten stellvertretenden Bürgermeister fest.

„Ich kann die Aufregung nicht verstehen“, so der Haseldorfer Bürgermeister auf UeNa-Anfrage. Dem Amtsausschuss lag eine gute Lösung vor und er habe das Abstimmungsverhalten von Gunter Küchler nicht verstanden. Der Christdemokrat habe nur „höflich nachfragen wollen.“ Schölermann kündigt an: „Wir werden nichts weiter machen.“

Auflösung des Abwasserverbandes Elbmarsch?

Bezweifelt wird von den Freien Wählern, ob die Gemeinde Haseldorf überhaupt einen Beschluss fassen kann, den Abwasserverband Elbmarsch aufzulösen. Damit hatte Bürgermeister Uwe Schölermann im Frühjahr gedroht. „Nicht die Gemeinde ist Mitglied im AVE, sondern das Amt Haseldorf“, erklärt der FWH-Fraktionsprecher Marco Küchler. Befassen könnte sich nur der Amtsausschuss mit dem Thema. Und dort, dies haben die vergangenen Sitzungen gezeigt, ist es derzeit für Uwe Schölermann nicht nur schwierig, eine Mehrheit zu finden. In der Sache steht der Haseldorfer Bürgermeister mit seiner Meinung auch allein da.

Doch selbst wenn der Amtsausschuss mehrheitlich für eine Auflösung votieren würde, wäre sie damit nicht durch. „Der AVE ist ein Zweckverband und der kann nur aufgelöst werden, wenn alle Mitglieder zustimmen“, erläutert Michael von Malottki, Vorsitzender der Freien Wählergemeinschaft. Irgendeiner werde immer dagegen sein, und zwar meist der, dem Nachteile aus einer Auflösung erwachsen.

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erstellt am 16.Okt.2014 | 20:35 Uhr

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