Baumsterben in Uetersen : Adieu Aesculus hippocastanum

4455232_800x519_55afc62307734.jpg

Seit geraumer Zeit schon setzt ein aggressiver Pflanzenschädling der „gewöhnlichen Rosskastanie“, also der weißblühenden, mächtig zu. Die Kastanienminiermotte. Dieses Insekt ist für die Kastanien daher schädlich, weil es seine Eier in die Blätter ablegt und sich die schlüpfenden Maden vor ihrer Verpuppung durch das Blatt fressen, es also minieren. Dabei zerstören sie auch die feinen Leiterbahnen, über die die Blätter versorgt werden. Sie werden braun und fallen ab. Ein bekanntes Bild nicht nur in Uetersen. Gegen den Schädling ist kaum ein Kraut gewachsen.

shz.de von
22. Juli 2015, 18:32 Uhr

Doch damit nicht genug. Jetzt bekommt es diese Kastanienart auch mit einem Bakterium (Pseudomonas-Art) und einem Pilz (Phytophthora) zu tun, die es beide auf den Baum abgesehen haben und ihm dabei noch viel aggressiver zusetzen, als die Motte. Bakterium wie Pilz verursachen in der Regel „blutende“ Stellen und teerähnliche Flecken im Stammbereich und trocknen den Baum aus. Welke Blätter und morsches Holz sind die Folge. Der Baum stirbt ab und muss, so verlangt es die Gefahrenabwehr, in der Regel gefällt werden.

Das Bakterium und der Pilz sind nun auch in Uetersen angekommen. Während einer durchgeführten Regel-Baumkontrolle hat das von der Stadt beauftragte Unternehmen mehrere Kastanien bestimmt und entsprechend markiert (Kreuz), die unverzüglich gefällt werden müssen. Es handelt sich um drei Kastanienbäume der so genannten Kastanienallee am Damm, um fünf Kastanienbäume an der Lienaus Allee und um zwei weitere Kastanienbäume im Bereich des Parkplatzes am Firmengelände MacGregor (Hatlapa) am Tornescher Weg. Auch Nachpflanzungen (also junge und eigentlich vitale Bäume) sind von dieser seuchenähnlichen Komplex-Krankheit betroffen.

Sehr wahrscheinlich ist, dass schon in wenigen Jahren fast alle Kastanien, insbesondere die im engen Verbund stehenden, aus dem Stadtbild verschwunden sind. Die Verbreitung des Bakteriums und des Pilzes sind demnach kaum noch zu stoppen.

Die schlechten Nachrichten wurden den Mitgliedern des Ausschusses für Bau-, Umwelt- und Verkehrswesen während der jüngsten Sitzung im Rathaus übermittelt. Die Verwaltung sagte auch, dass es im Bereich der Allee am Damm eine Neuanpflanzung mit resistenten Ulmen geben soll.

Nach Anweisung der Unteren Naturschutzbehörde in Pinneberg. Mitreden könne die Stadt in dieser Frage nicht. Insbesondere daher hielt es die CDU-Fraktion auch für überflüssig, eine Einwohnerversammlung zu diesem Thema anzuregen, so wie von der SPD-Fraktion beantragt. Man könne doch auch über eine Walnussallee nachdenken, so Dieter Schipler (SPD). Der Antrag scheiterte, da auch die BfB-Fraktion keinen Handlungsspielraum erkannte.

Einwohnerversammlungen werden vom Bürgervorsteher einberufen, der auch die Tagesordnung bestimmt. Insofern hatte die Debatte im Ausschuss, diese Thematik betreffend, auch nur empfehlenden Charakter.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert