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Uetersener Nachrichten

14. Dezember 2017 | 02:12 Uhr

Kloster : Adelstöchter wählen Probsten

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Zwölf Töchter aus neun adeligen Familien der Schleswig-Holsteinischen Ritterschaft haben am Wochenende in Uetersen getagt. Die 14- bis 90-Jährigen gehören den Damenstiften der Klöster Uetersen, Itzehoe und Preetz an.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2013 | 19:08 Uhr

„Wir haben über unsere Praktika und Jobs gesprochen und wie wir uns gegenseitig unterstützen können. Es geht um den ideelen Zusammenhalt“, sagte Helene Gräfin von Luckner (29), Tochter des Uetersener Klosterprobsten Hubertus Graf von Luckner.

Auch Regularien standen auf dem Programm. Die Mitglieder des Uetersener Damenstifts bestätigten bei ihrer Konventssitzung gestern Graf von Luckner für weitere zehn Jahre im Amt des Probsten. Er hat die Aufgabe, die elf größtenteils denkmalgeschützten Gebäude des Klosters zu verwalten. Ähnlich einer Stiftung gehört es nicht Menschen, sondern „sich selbst“. Der Itzehoer Konvent nahm Insa Gräfin Kerssenbrock als Konventualin auf. Prädikantin Renate Paelchen segnete die 14-Jährige während eines Gottesdienstes in der Kirche am Kloster, die übrigens der Kirchengemeinde gehört.

Die ritterschaftlichen Familien in Schleswig-Holstein können ihre Töchter in eines der Adeligen Klöster zu Uetersen, Itzehoe, Preetz und Schleswig einschreiben. Sie müssen dabei Geld einzahlen. Nach der Konfirmation dürfen die Mädchen dem zugehörigen Damenstift beitreten. Sie werden dann Konventualinnen genannt und erhalten eine monatliche Zahlung, Praebende genannt. Doch die Plätze sind begrenzt. Das Uetersener Stift nimmt bis zu acht Frauen auf. Die derzeitigen Mitglieder leben in München, Köln, Hannover, Münster und Bonn.

Einst versorgte der Adel durch die Stifte seine ledigen Töchter. Heute leben sie von ihren Eltern oder finanzieren sich selbst. Die meisten studieren, andere sind Schülerinnen, berufstätig oder pensioniert. Zum Teil brauchen sie die Praebende für ihren Unterhalt oder legen sie für das Alter zurück. Einige spenden das Geld. Am Wochenende kam die Idee auf, sich gegenseitig darüber zu informieren, wer welches Projekt unterstützt, damit andere sich anschließen können. Die Uetersener Priörin Karine von Rumohr betonte, dass das Engagement freiwillig sein soll.

Einst tagte jeder Klosterkonvent für sich. Als sich vor drei Jahren alle vier Gruppen in Preetz versammelten, gründete von Rumohr das Netzwerk „Die Konventualinnen“. Eines ihrer nächsten Projekte besteht darin, beim Jahresfest der Ritterschaft im Januar im Glücksburger Schloss ein Rahmenprogramm für die Stiftsdamen anzubieten.

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