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Uetersener Nachrichten

16. August 2017 | 20:08 Uhr

Erntefest : Ackern wie zu Großvaters Zeiten

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Sie betrieben Feld- arbeit wie vor 100 Jahren. Die Mitglieder der Gemeinschaft zur Erhaltung von Kulturgut in Tornesch haben gestern bei ihrem traditionellen Erntefest am Mölln-Hof historische Landmaschinen vorgeführt.

„Wir wollen unsere Geräte zeigen und, wie das früher war, damit die nächste Generation auch das Wissen unserer Väter mitnimmt“, sagte der Vorsitzende Harald Schulz. Mehrere 100 Besucher bestaunten die alten Maschinen und ihren Einsatz.

Holger und Hans-Jürgen Pott nahmen eine der ältesten Dreschmaschinen in Betrieb, um Hafer von Spreu und Stroh zu trennen. Sie warfen dazu einen externen Stationärmotor von 1948 an, der über einen Riemen das Schlagwerk des Dreschers antrieb. Er wird als Kopfdreschmaschine bezeichnet, da die Einfüllöffnung nicht oben, sondern vorn angebracht ist. Die Wasserkühlung des Motors musste regelmäßig nachgefüllt werden.

Mit einem Hanomag R22 von 1953 zog Simon Plautz einen Drei-Schar-Plug über einen Acker am Hof. Da das Gerät früher von Pferden gezogen wurde, hätte Schulz gern einen Kaltblüter davor gespannt. Doch die werden kaum noch gehalten, sodass er keinen auftreiben konnte. Mit einer Egge und einem Grubber lockerten die Kulturschützer das Erdreich auf.

Für Aufsehen sorgten Nico Brockmann und Thorsten Kröger aus Sprötze (Landkreis Harburg). Sie fuhren mit einem Mercedes-Pritschenwagen L4500 von 1955 vor, auf dessen Ladefläche sie einen Ritscher-Drei-Rad-Trecker, Typ N, von 1937 transportierten, ein Exemplar aus der ersten Bauserie. Bis er auf den Markt kam, hatte es nur große Zugmaschinen gegeben. Das Produkt der Moorburger Trecker Werke von Karl Ritscher und der Elfer Deutz stellten die ersten günstigen Kleinschlepper dar. Das Besondere: Da es damals noch keine Anlagen zum Vorglühen von Dieselmotoren gab, ist der Trecker mit zwei Maschinen ausgestattet. Ein Benzinmotor sorgt für Wärme und die nötige Verdichtung im Dieselmotor. „Wenn er genügend Schwung hat, schalte ich den Vergaser aus und die Dieselpumpe ein“, so Brockmann. Insgesamt standen am Hof neun alte Traktoren, ein Unimog und weitere Maschinen.

Die Kinder streichelten Ziegen und sausten auf einem per Traktor gezogenen Teppich über die Wiese. Zum letzten Mal in der Saison konnten die Besucher das Museum mit rund 1200 Gegenständen besichtigen.

Die Kulturgemeinschaft dankt ihren Sponsoren:

der Sparkasse Südholstein, der Volksbank, Getränke Richter, Edeka Hollender, Peter-Kölln-Werke, Köllner Hof, Bäckerei Pein in Esingen.

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von
erstellt am 06.Okt.2013 | 20:54 Uhr

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