Abweichler verhindert die Büchereipläne

umzugCDU-Vertreter sagt Nein / Grüne überrascht

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02. Dezember 2017, 16:05 Uhr

Der mögliche Umzug der Stadtbücherei von der Berliner Straße an die Klosterkoppel ist geplatzt. Klaus Lübbert (CDU) versagte seiner Fraktion am Donnerstagabend im Bauausschuss die Gefolgschaft und enthielt sich. Zu seinen Beweggründen sagte er nichts.

Die Grünen waren davon sichtlich überrumpelt und auch das Minenspiel von CDU-Fraktionschef Andreas Stief ließ den Rückschluss zu, dass zumindest die Hoffnung vorhanden war, Lübbert würde zustimmen. Weil die SPD- und die BfB-Vertreter (zusammen fünf Stimmen im Ausschuss) von Anfang an nicht angetan waren, die eigenen Räume aufzugeben und sich an einem noch zu bauenden Standort neu anzusiedeln, gab es eine Pattsituation. Im Normalfall hätten sich CDU (vier Stimmen) und Grüne (zwei Stimmen) aufgrund ihrer Mehrheit durchsetzen können, so aber muss Investor Florian Betzler ohne die städtische Unterstützung planen und auch gestalten. Soweit der Hamburger Architekt jetzt auch zugreift und den noch zu verhandelnden Grundstückskaufvertrag am Ende unterschreibt.

Der Abstimmung auch über das Ende der Kita-Pläne An der Klosterkoppel und der Teil-Nutzung des Gebäudes als VHS-Außenstelle, welche einstimmig erfolgte, war eine intensive Debatte vorausgegangen. Dabei hatten Vertreter von SPD und BfB deutlich gemacht, dass der Umzug der Bücherei für sie purer Unsinn ist. Man habe an der Berliner Straße ein eigenes Gebäude, das dazu noch zentral liege. Wo das Zentrum der Stadt liegt, blieb bis zuletzt umstritten.


Grünes Licht für die Bürgermeisterin

Nachdem nun auch der Umzug der Bücherei vom Tisch ist, wurde Bürgermeisterin Andrea Hansen (SPD) beauftragt, mit Betzler einen „für die Stadt wirtschaftlichen Grundstückskaufvertrag“ zu verhandeln. Das Ergebnis soll der Selbstverwaltung anschließend zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt werden.

Thorsten Berndt, Fraktionsvorsitzender der Grünen, sagte zum Lübbert-Coup im Gespräch mit unserer Zeitung: „Ich sehe das Ganze entspannt. Das ist kein Drama. Wichtig ist, dass das Projekt weiter auf dem Weg ist.“ Und dafür sorgte die Mehrheit von Grünen und CDU: Sowohl die notwendige Änderung des Uetersener Flächennutzungsplans als auch die notwendige Novellierung des Bebauungsplans sind auf dem Weg. Klaus Lübbert und Andreas Stief waren gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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