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Aktuelle Stunde : Abgeordnete einhellig für Leitstelle-Neubau

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

In einer aktuellen Stunde des Kreistages haben sich die Fraktionen klar für den Neubau einer Rettungsleitstelle ausgesprochen. Gleichzeitig verwarfen sie aus Kostengründen mögliche Sanierungspläne. Weil die Zeit drängt, könnte alles nun schneller gehen, als ursprünglich geplant.

shz.de von
erstellt am 12.Dez.2013 | 18:32 Uhr

Die Kooperative Regionalleitstelle West in Elmshorn, zuständig für die Kreise Pinneberg, Dithmarschen und Steinburg, ist ein aktueler Notfall und setzt den finanziell angeschlagenen Kreis zusätzlich unter Druck. Das 2001 durch einen privaten Investor errichtete und 2010 durch einen Anbau erweiterte Gebäude weist gravierende bauliche Mängel auf, die in einem vom Kreis in Auftrag gegebenen Gutachten aufgelistet werden. Demnach ist das Gebäude an der Agnes-Karll-Allee vollkommen marode. Die unzureichende Klimatisierung sorgt bei den Mitarbeitern für Muskelverspannungen und Ermüdungserscheinungen. Der Brandschutz ist mangelhaft, der Schallschutz entspricht nicht den gesetzlichen Vorgaben, die Raumhöhe im Obergeschoss ist zu niedrig, Sonnen- und Wärmeschutz sind nicht im gegebenen Umfang berücksichtigt, Vorgaben des Arbeitsschutzes wurden nicht berücksichtigt.

Vor einigen Monaten hat der Kreis die Immobilie, in der auch die Polizeileitstelle, der Katastrophenschutz und die Rettungswache logieren, außerplanmäßig für knapp fünf Millionen Euro übernommen, um ein noch größeres Desaster zu verhindern: Der Investor soll inzwischen finanziell am Ende und damit nicht mehr zur Verantwortung zu ziehen sein. Er aber hat den Pfusch am Bau zu verantworten.

Der CDU-Abgeordnete Thorben Langhinrichs beschwor die Abgeordneten, schnell zu handeln. und lehnte eine Sanierung dabei klar ab. Um die Arbeit der Leitstelle sicher zu stellen, müssten während der Bauarbeiten Personal und Technik in ein Container-Dorf ausgelagert werden, sagte er. Das aber kostet nach ersten Schätzungen allein schon mehr als drei Millionen Euro. Außerdem: „Wenn wir uns jetzt nicht entscheiden, müssen wir noch neue Technik kaufen und in die alte Leitstelle einbauen“, sagte er. Die könne aber nicht mit umziehen, sondern müsse dann abermals erneuert werden.

FDP-Fraktionschef Klaus G. Bremer unterstützt die Neubaupläne und sah in der aktuellen Stunde ein positives Signal für die Mitarbeiter: „Diese Erklärungen sind Motivation, den Schrott jetzt noch hinzunehmen, weil bald etwas Besseres kommt.“

Helmuth Kruse von Bündnis 90/Die Grünen forderte, der Kreis müsse in jedem Fall in Eigenregie bauen, und erteilte Sanierungsplänen ebenfalls eine Absage. Das sei kaum mehr als Flickschusterei und damit unzumutbar für die Mitarbeiter der Leitstelle. Sven Lange, Vorsitzender der Fraktion Piraten & Die Linke, sieht zu einem Neubau ebenfalls keine Alternative. „Wir müssen vor allem gut bauen, aber auch schnell, denn weitere Verzögerungen würden nur mehr Geld kosten.“

Nächste Woche wird sich der Bauausschuss des Kreistages in einer Sondersitzung mit dem Problem beschäftigen. Ziel ist es, die neue Leitstelle schon in 2016 in Betrieb zu nehmen.

Die Kosten für den Bau werden auf mindestens 16 Millionen Euro beziffert.

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