Ist das das Aus? : Ab Sommer fehlen der Familienbildung in Tornesch die Räume

Seit mittlerweile zwölf Jahren bietet die Familienbildung Wedel Kurse in Tornesch an, unter anderem „Kleine Racker in Bewegung“.
Seit mittlerweile zwölf Jahren bietet die Familienbildung Wedel Kurse in Tornesch an, unter anderem „Kleine Racker in Bewegung“.

Vereinschefin kündigt Ende der Angebote in Tornesch an. Die Suche nach einem Ersatz für die „Lerninsel“ bleibt bislang erfolglos.

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21. März 2018, 14:00 Uhr

Uetersen | War es das endgültig für die Angebote der Familienbildung Wedel in Tornesch? Laut Vereinschefin Ulrike Wohlfahrt schon. Wohlfahrt war am Montagabend im Tornescher Sozialausschuss zu Gast und zeichnete ein düsteres Bild für die Zukunft der Kurse in der 13.000-Einwohner-Stadt. Denn ab Sommer steht kein Raum mehr zur Verfügung und auch finanziell gibt es ein Fragezeichen.

Derzeit kann die Familienbildung noch die Räume der VHS-Lerninsel an der Fritz-Reuter-Schule nutzen. Allerdings nur bis zum Halbjahr, denn dann soll der Bereich, wie berichtet, saniert und anschließend der Schule beziehungsweise der Betreuungsklasse zur Verfügung gestellt werden. Und andere Möglichkeiten gibt es in Tornesch laut Wohlfahrt nicht − trotz intensiver Suche. Das Stadtteilbüro in der Pommernstraße sei zu groß für die Angebote. „Wir haben es sehr genau angeschaut und sind sehr kreativ, was Lösungen betrifft“, betonte Wohlfahrt. Doch dort Kurse wie „Babys in Bewegung“ anzubieten, sei „sehr, sehr schwierig“. Denn es müssten Standards eingehalten werden, die auch die Eltern mittlerweile einfordern würden, so Wohlfahrt. „Unter diesen Bedingungen können wir keine Kurse mehr anbieten“, sagte die Famibi-Leiterin am Montagabend. Nach zwölf Jahren werde die präventive Familienarbeit des Vereins in Tornesch damit ab Sommer beendet.

Nicht ausschlaggebend dafür, aber dennoch sauer aufgestoßen ist Wohlfahrt eine Mieterhöhung für die von der Famibi in Tornesch genutzten Räume. Von 1,66 auf 6,68 Euro pro Stunde seien die Abgaben gestiegen, sagte Wohlfahrt. Und das rückwirkend zum 1. Januar. „Darauf konnten wir uns haushaltsmäßig nicht einstellen und auch keine Gebühren anpassen. Jetzt sind wir in großen Schwierigkeiten.“

Die Mieterhöhung geht laut Sabine Kählert, Leiterin des Amts für soziale Dienste, auf die Benutzungsordnung für die öffentlichen Räume der Stadt zurück. Die Gebühren seien zuletzt vor zwölf Jahren kalkuliert worden. In den neuen Abgaben, die zum 1. Januar in Kraft getreten sind, seien sämtliche Kosten der Nutzung enthalten, unter anderem für Säuberung und Abnutzung, betonte Kählert gestern im Gespräch mit unserer Zeitung.

Bei allen kritischen Tönen, eines wollte Wohlfahrt am Montagabend ausdrücklich betont wissen: Die Tornescher Verwaltung sei stets sehr bemüht gewesen, Lösungen zu finden. Kählert regte während der Ausschusssitzung an, das Stadtteilbüro nochmal auszuprobieren. Denn im Zuge der ursprünglichen Pläne, die vorsahen, dass die „Lerninsel“ bereits ab Anfang dieses Jahres nicht mehr zur Verfügung steht, sind bereits einige Angebot in die Pommernstraße 99 verlegt worden. „Vielleicht ergeben sich neue Ideen“, sagte Kählert. Sie zeigte sich zudem optimistisch, dass sich noch weitere Möglichkeiten auftun, eventuell im privaten Bereich.

Beim Thema Raummiete ist es nach Informationen von shz.de bereits zu einer Lösung gekommen. Sie sieht vor, dass der Verein für den Rest des Semesters einen Zuschuss erhält.

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