Feld als Freizeitanlage : Ab in den Mais und erstmal orientieren

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Auf dem Almthof hat die Saison ihren Höhepunkt erreicht. Einer der Gründe ist das Maislabyrinth, das vor etwas mehr als einer Woche eröffnet worden ist und seitdem Erwachsene und Kinder zum sportlichen Orientierungswettbewerb herausfordert. Und in der Tat: Wer nicht über einen gewissen Orientierungssinn verfügt, der kann durchaus einige Stunden in dem 2,5 Hektar großen Irrgarten aus lebenden Wänden verbringen. Und das, obwohl Jürgen Pein sein Werk im Laufe der Jahre etwas entschärft hat. „Es gibt keine Sackgassen mehr“ sagte er. Weil das die Gäste nicht mochten, lieber, so Pein, würden sie mal im Kreis laufen. Allerdings hat er es sich nicht nehmen lassen, die Stempelstationen ungeordnet kreuz und quer im Feld zu verteilen, nicht mehr in gerader Linie und logischer Reihenfolge. „Das hatten die Besucher nämlich ziemlich schnell raus“, sagte er.

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26. Juli 2012, 17:43 Uhr

4,5 Hektar groß ist das gesamte Feld, auf dem die Familie jedes Jahr ihren Futtermais anbaut. Direkt am Hof gelegen, ist der Acker wunderbar geeignet, ihn auch zu Freizeitzwecken zu nutzen. Zumal der Mais dabei keinen Schaden nimmt. Die Besucher sind so mit dem Labyrinth beschäftigt, dass sie die Pflanze kaum wahrnehmen.

Wenn der Mais eine Höhe irgendwo zwischen einem und zwei Metern hat, legt Jürgen Pein mit der Motorsense los und schafft 1,50 Meter breite Wege. Die mühselige Handarbeit erledigt der Seniorchef des Almthofes neben dem Tagesgeschäft, immer dann, wenn er gerade mal etwas Zeit erübrigen kann.

Und die braucht er für das Unternehmen „Maislabyrinth“: Vier bis fünf Tage muss er rechnen, bis das Werk vollendet ist. „Zu Anfang haben wir noch Pläne gezeichnet, wie der Irrgarten aussehen könnte. Heute machen wir das nach Gefühl“, sagte sein Sohn Hauke. Die Erfahrung bringt’s, denn inzwischen gibt es das Maislabyrinth sieben Jahre. Eröffnet wird das Wegedurcheinander, wenn der Mais etwa zwei Meter hoch ist. „Dann kann man sich nämlich nicht mehr mit einem Blick drüberweg orientieren“, so Jürgen Pein. Zweieinhalb Kilometer lang ist der Weg, etwa 45 Minuten braucht man, um alle Stationen zu finden, seinen Laufzettel abzustempeln und wieder zum Ausgang zurück zu kehren. Vorausgesetzt der Orientierungssinn lässt einen nicht im Stich! Wohl bis Ende September dauert der sommerliche Spaß, dann ist es vorbei mit der Herrlichkeit. Der Mais wird geerntet. Bis dahin richtet sich die Familie Pein noch auf den einen oder anderen Ansturm ein, denn so richtig aufblühen wird das Geschäft, wenn die Ferien vorbei sind. Dann kommen die Gruppen, die sich einen vergnügten Tag auf dem Erlebnis-Bauernhof machen möchten. Ist das Feld erstmal kahl, bleiben immerhin die Trampelpfade, die so mancher späte Besucher in Erinnerung an den Sommer noch mal abmarschieren wird. Auch das kennen die Peins schon.

Wer in das Maislabyrinth möchte, muss zunächst am Tresen im Bauernhof-Café ein Ticket lösen. Die Stationen, an denen Stempel mit unterschiedlichen Motiven bereit liegen, bestehen aus Plastikkanistern, die etwas unterhab der Augenhöhe eines Erwachsenen angebracht sind.

Fachleute haben übrigens weniger den Spaßfaktor des Mais’ im Blick als vielmehr seinen enormen Beitrag zum Schutz des Klimas. Die Pflanze ist nämlich ein herausragend guter Sauerstofflieferant.

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