Schäferhof : Ab Dezember wird mit Holz geheizt

Drei Fliegen mit einer Klappe will das Team vom Schäferhof Appen mit dem Bau eines „Holzhackschnitzelheizwerks“ schlagen: Bis zu 65000 Euro für rund 95000 nicht verheizte Liter Heizöl können eingespart werden, es wird Arbeit für die Bewohner des Schäferhofes geschaffen und der Schäferhof ist zukünftig heiztechnisch autark. Denn das Brennholz liegt praktisch vor der Haustür.

shz.de von
28. Juli 2015, 20:38 Uhr

Eine Million Euro investiert der Träger des Schäferhofes, die Stiftung Hamburger Arbeiterkolonie, in die zukunftsorientierte Maßnahme. Angepeilt ist der 6. Dezember: Dann soll das Kraftwerk seinen Betrieb aufnehmen.

Schäferhof-Geschäftsführer Rainer Adomat, Bodo Schröder, Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Hamburger Arbeiterkolonie Schäferhof, und Ingenieur Hans-Peter Zwoch stellten das Projekt jetzt vor. Vor drei Jahren wurde die Idee geboren. Konkret geplant wird seit März 2014. Vor einigen Tagen haben die Bauarbeiten mit einem symbolischen Spatenstich begonnen.

„Wir gehen davon aus, dass die Anlage sich selbst finanziert“, so Adomat. „Wir werden zu Jägern und Sammlern“, ergänzte Michael Behrens, Geschäftsführer der Lebenshilfe Südholstein. Holz sei in ausreichender Menge in der Umgebung vorhanden, erläuterte er. Denn zum Schäferhof gehörten nach Auskunft des Schäferhof-Geschäftsführers 15 Hektar Waldfläche sowie Knicks von zehn Kilometern Länge. 2000 Kubikmeter Holz werden zukünftig jährlich verfeuert, so die Annahme von Zwoch.

Nach seinen Planungen sollen rund 60 Prozent des benötigten Brennmaterials aus den Knicks und Wäldern stammen, die allein durch die Pflege der Bestände anfallen. Die restlichen 40 Prozent werden aus Abfallprodukten bestritten, die in den drei holzverarbeitenden Betrieben zusammenkommen, die auf dem Gelände des Schäferhofes ansässig sind.

Planerisch wurde sicher- gestellt, dass immer genug Holz vorrätig ist. „Notfalls können wir weitere Pappeln oder Weiden anbauen“, erläuterte Behrens. Das sei dann erforderlich, wenn ein weiteres Gebäude beheizt werden sollte.

Erklärtes Ziel ist es ferner, Arbeitsplätze zu schaffen, die auch für Menschen mit Handicap oder mit geringer Qualifikation geeignet seien.

Ein weiteres Plus: Das Holzheizwerk arbeitet klimafreundlich. Durch die Anlage könnten jährlich bis zu 300 Tonnen des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid eingespart werden. Das entspreche dem Ausstoß von rund 2,6 Millionen gefahrenen Pkw-Kilometern, so Adomat.

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