Langes Tannen in Uetersen : Großfeuer auf Museumshof: Scheune an der Neuen Mühle von Flammen zerstört

Avatar_shz von 11. Oktober 2021, 16:37 Uhr

shz+ Logo
Der Brandort am Montagmittag aus der Luft: Die Polizei geht von einem hohen Sachschaden aus
Der Brandort am Montagmittag aus der Luft: Die Polizei geht von einem hohen Sachschaden aus

120 Kräfte von mehreren Feuerwehren kämpften stundenlang gegen die Flammen. Der Dachstuhl brannte komplett aus und stürzte in der Nacht ein.

Uetersen | Großeinsatz für die Feuerwehren im Westen des Kreises Pinneberg am Sonntag (10. Oktober): Dutzende Kräfte haben am Abend ein Feuer auf dem Museumshof Langes Tannen in Uetersen bekämpft. Dort brannte gegen 20.30 Uhr eine Scheune an der Straße Neue Mühle. Über die Gefahrenabwehr-App Nina wurde die Bevölkerung aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen und Lüftungs- und Klimaanlagen auszuschalten. Menschen wurden bei dem Feuer nicht verletzt. Nach Großfeuer: Polizei sucht Zeugen aus Tatortnähe Die Ermittlungen zur Brandursache dauern gegenwärtig noch an. Der Brandort wurde von der Kriminalpolizei Pinneberg beschlagnahmt. Die Schadenshöhe dürfte nach vorsichtiger Einschätzung der Polizei im mittleren sechsstelligen Bereich liegen. Augenzeugen und ein Sicherheitsdienst hatten parallel gegen 20.30 Uhr Flammen im mit Reet gedeckten Dachstuhl gemeldet. Außerdem hatte die Brandmeldeanlage angeschlagen. Erste Kräfte, die auf dem Weg zur Uetersener Feuerwehrwache an der Scheune vorbeifuhren, bestätigten den Brand ebenfalls. Uetersens Wehrführer Frank Girnus ließ daher noch beim Ausrücken die Nachbarwehr aus Heidgraben mitalarmieren. Großaufgebot rückt schnell an Die Feuerwehr rückte so gleich mit einem Großaufgebot aus. Außer den Wehren aus Uetersen und Heidgraben waren im Verlauf des Einsatzes auch die Wehren aus Tornesch, Neuendeich, Groß Nordende und Tangstedt – letztere mit dem Schlauchwagen als Teileinheit der kommunalen Feuerwehrbereitschaft – vor Ort. Etwa 140 Kräfte kämpften in der Spitze gegen die Flammen. Klavier und Bilder gerettet Nach Angaben von Feuerwehrsprecher Michael Bunk befand sich zum Zeitpunkt des Brands eine Kunstausstellung von Design-Studierenden aus Hamburg in dem Gebäude. „Wir haben in der Anfangszeit Bilder und ein Klavier gerettet“, berichtete er. Als die Feuerwehr am Abend den Brandort erreicht hatte, brannte bereits die Rückseite des Reetdachhauses. Ein Innenangriff sei nur anfangs möglich gewesen, hieß es. Das Feuer hatte sich laut Bunk bereits zu sehr ins Reet hineingefressen, so dass dieser letztlich abgebrochen werden musste. Anschließend breitete sich der Brand unter starker Rauchentwicklung aus. Die Löscharbeiten mussten zu einem großen Teil unter Atemschutz vorgenommen werden. Feuer zündet durch Eine gute Stunde nach der Alarmierung zündete das Feuer laut Bunk auf der gesamten Länge des Dachstuhls durch. Um die Flammen zu bekämpfen, setzten die Wehren im Außenangriff zwei Wenderohre über Drehleiter und Teleskopmast, einen mobilen Wasserwerfer sowie zahlreiche von Hand geführte Strahlrohre ein. Um den Bedarf von mehreren Tausend Litern Löschwasser pro Minute zu decken wurden insgesamt etwa fünf Kilometer Schlauch zu verschiedenen Hydranten und Löschteichen im Stadtgebiet verlegt. Der ausgebrannte Dachstuhl brach im weiteren Einsatzverlauf zusammen. Bagger rückt an Ab Mitternacht liefen laut Feuerwehr die Nachlöscharbeiten. Ein Bagger, welcher das Gebäude einreißen sollte, um an letzte Glutnester zu gelangen, war zu diesem Zeitpunkt bereits eingetroffen. Ab 1 Uhr wurden nach und nach die ersten Kräfte der Nachbarwehren aus dem Einsatz entlassen. Der Einsatz endete um 2.30 Uhr. Bis zum Montag gegen 8 Uhr blieb eine Brandwache der Feuerwehr vor Ort. Scheune war vor 31 Jahren bereits abgebrannt Die Scheune – 1990 bereits schon einmal abgebrannt und nach dem ursprünglichen Vorbild von 1762 wieder aufgebaut – war bis zuletzt ein wichtiger kultureller Veranstaltungsort der Stadt Uetersen. Dort zeigt das Museum zahlreiche Wechselausstellungen im Jahr, die die verschiedenen Bereiche der Kunst – Malerei, Druckgrafik, Zeichnung, Skulptur und Fotografie – aber auch die Stadtgeschichte zum Thema haben. Werke namhafter Künstler waren bereits hier zu sehen. Viele andere kulturelle Veranstaltungen – Konzerte, Theater, Lesungen – bieten dem Besucher außerdem rund ums Jahr ein vielfältiges Programm. Herrenhaus bleibt unbeschädigt Das benachbarte Herrenhaus Langes Tannen wurde bei dem Feuer nicht beschädigt. Die Scheune ist nur ein Teil des Museums – ein Ausstellungsraum. Das Herrenhaus gehört auch dazu. ...

Schließen Sie jetzt den kostenfreien Probemonat ab (anschließend 8,90 €/Monat), um diesen Artikel zu lesen. Alle weiteren Inhalte auf unserer Webseite und in unserer App stehen Ihnen dann ebenfalls zur Verfügung.

Monatlich kündbar

Sie sind bereits Digitalabonnent?

Hier anmelden »

Oder kostenlos bis zu drei Artikel in 30 Tagen lesen

Registrieren »

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert