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Eine grüne Lunge in der Stadt : 70 Jahre Kleingärtnerverein

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Sieben Jahrzehnte nach Gründung des Kleingärtnervereins Tornesch steht Erholung statt Ernährung im Fokus.

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Tornesch | 70 Jahre Kleingärtnerverein Tornesch, diesen runden Geburtstag feierten die Gartenfreunde im Kirchenzentrum mit einem gemeinsamen Mittagessen. Der Vereinsvorsitzende Christian Möschter und Ingo Früchtenicht (SPD), Vorsitzender des Umweltausschusses, erinnerten an die Historie des Vereins, in der die Versorgung mit Lebensmitteln im Vordergrund stand.

„Eine kleine grüne Oase“ und „eine grüne Lunge in Tornesch“, so nannte Früchtenicht die drei Kleingartenanlagen. Heute gehe es vor allem um den Freizeitwert der Gärten, doch das war nicht immer so. In seinem Rückblick sagte der Sozialdemokrat: „Vor 70 Jahren, da war der Krieg verloren, Deutschland stand unter der Militärregierung der Alliierten und die Ernährung war nicht sichergestellt.“ Vor allem den Vertriebenen habe es an eigenen Grünflächen gefehlt, um die nötigsten Lebensmittel anzubauen und damit die Familie durchzubringen.

Auch Möschter erinnerte an die schlechte Versorgungslage, die zur Gründungsversammlung am 25. März 1947 geführt hatte. Entsprechend groß war die Nachfrage nach Parzellen. Heute verfügt der Verein über rund 100 Mitglieder, die Gärten auf drei Anlagen bewirtschaften. „Um 1949 waren es 500 Kleingärten auf elf Anlagen, verteilt auf die Ortsteile Ahrenlohe, Tornesch und Esingen“, berichtete Möschter. Doch mit steigender Anzahl an Eigenheimen mit Grundstücksfläche sank dann die Mitgliederzahl. Heute, so der Chef der Kleingärtner, handelt es sich vornehmlich um „Erholungsgärten“. Vielen neuen Mitgliedern sei oft nicht bewusst, wieviel Arbeit in der Bewirtschaftung eines Gartens stecke, daher komme es häufiger zu Kurzzeitbelegungen. Da aber weiterhin Interessenten auf der Warteliste stünden, brauche man sich um Nachwuchs nicht zu sorgen, so Möschke.

Früchtenicht betonte, dass es auch die Kleingärtner seien, die wissen: „Es ist nicht immer so einfach, gute Ernten einzubringen, da kommt es auch auf Herrgott und Wetter an.“ Viele Menschen, die in den Supermärkten vor vollen Regalen stehen, ahnten davon nichts mehr. Anlässlich der „70 Jahre Erfolgsgeschichte“, so Früchtenicht, überreichte er Möschter im Namen der Stadt einen Baumarktgutschein.

Die Wartezeit auf das warme Buffet verkürzten sich die zahlreichen Gartenfreunde mit einem Sektempfang und Gewinnspielen. „Jeder darf am Glücksrad drehen, Nieten gibt es nicht“, so Kassenwartin Martina Lublow, die das Fest mit den übrigen Vorstandmitgliedern vorbereitet hatte. Wie groß der Umfang eines Riesenkürbis, großgezogen im Garten des Esinger Anlagenwarts Heinz Kommritz, ist, das schätzte der langjährige Kleingärtner Rolf Dietz mit nur einem halben Zentimeter Abweichung am besten. Zudem ging es um die Frage, wie viele Erbsen sich in einer Flasche befinden. Die Sieger freuten sich über einen Einkaufsgutschein für ein Gartencenter.

Impressionen von der Entwicklung des Vereins gab es auf Stellwänden zu sehen. Dort befanden sich unter anderem alte Mitgliederlisten, Protokolle von Jahreshauptversammlungen, Fotos von Drainagearbeiten in der Anlage Ahrenlohe im November 1979, alte Zeitungsartikel und frühere Gartenbewertungen, bei denen einst der „Vereinsbeste“ gekürt wurde.

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