5500 Euro pro Quadratmeter

Der Kontrast ist groß. Während die SPD einen Mangel an bezahlbaren Wohnungen im Kreis Pinneberg beklagt (die UeNa berichteten), entsteht in Wedel ein neues Luxusviertel.

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16. April 2013, 21:06 Uhr

Das Bauunternehmen Rehder errichtet zwischen Willkomm Höft und Hafen fünf Villen mit Elbblick. „Es gibt in Wedel nichts Vergleichbares“, sagte Senior-Chef Joachim Rehder den UeNa. Er hat die 45 Eigentumswohnungen bereits verkauft. Der Quadratmeterpreis beträgt 3400 bis 5500 Euro, das Verkaufsvolumen des Projekts „Elbterrasse“ 25 Millionen Euro. Den Bewohnern wird viel geboten: pro Wohnung zwei Tiefgaragenstellplätze, Aufzug, Fußbodenheizung mit Erdwärme, 93 bis 200 Quadratmeter große Appartements mit drei bis fünf Zimmern, Balkone und Terrassen mit Flussblick.

SPD, Grüne und Linke hatten das Projekt kritisiert. Die vier- und fünfgeschossigen Gebäude nehmen einigen Anwohnern die Aussicht. Der Stadtrat setzte daraufhin durch, bei einem Gebäude ein Geschoss zu streichen und ein anderes zugunsten der Anwohner zu versetzen. „Wir können jetzt damit leben“, sagte Manfred Eichhorn (SPD), Mitglied des städtischen Planungsausschusses den UeNa. Rehder versteht den Unmut, erinnert jedoch: „Den freien Blick hat man nicht mitgekauft.“ Der Architekt Michael Ruffing betont zudem: „Das Projekt tut dem Stadtbild gut.“ Der natürliche Stadtrand werde baulich nachvollzogen.

Zuletzt standen auf dem Grundstück ein Wohnhaus und eine Halle der Familie Lüchau. Sie hatte dort 1902 ihren ersten Baumarkt eröffnet. Inzwischen sind drei der fünf Villen im Rohbau fertiggestellt. Anfang Juni soll Richtfest gefeiert werden. Ende 2013, Anfang 2014 können die Eigentümer einziehen, schätzt Rehder.

Mindestens ein Jahr lang werden sie aber neben einer Großbaustelle wohnen. Der Hafen soll im Zuge des Projekts „Maritime Meile“ bis 2015 zu einem Touristenmagneten ausgebaut werden. Bund, Land und Stadt investieren 16 Millionen Euro. Anschließend würde Rehder gern weiterbauen. An die „Elbterrasse“ grenzt ein gleichgroßes Grundstück mit Büros und Lagerhalle, das „Haus Pamir“. Die Firma Trioptics hat es bis 2017 gemietet. Sollte der Hamburger Eigentümer verkaufen, will Rehder zuschlagen und weitere Villen errichten.

Nach Meinung der SPD, müsste er dann 30 Prozent für den sozialen Wohnungsbau reservieren. „Die SPD wird sich dafür stark machen, dass das stärker durchgeführt wird“, so Eichhorn. Der Investor eines anderen Bauprojekts in guter Wedeler Wohnlage ließ sich auf diese Regelung bereits ein (die UeNa berichteten).

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