Freude : 50 Millionen Euro mehr Kaufkraft

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Die SPD hat in Uetersen die bundesweite Einführung des Mindestlohns gefeiert. Etwa 45 Genossen folgten der Einladung des Kreisverbands in das Musik-lokal Taps.

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11. Juli 2014, 21:20 Uhr

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann bedauerte, dass bloß zehn Frauen den Weg in die Kneipe gefunden hatten. Sie würden besonders stark von dem Gesetz profitieren. „Von den 6,7 Millionen Menschen, die weniger als 8,50 Euro erhalten, sind rund zwei Drittel Frauen“, sagte er im UeNa-Gespräch.

Der SPD-Kreisvorsitzende Thomas Hölck bezeichnete den Mindestlohn als längst überfällig. „Deutschland hat den zweitgrößten Niedriglohnsektor in Europa, gefolgt von Litauen“, sagte er. Institute für Arbeitsmarktforschung würden einen Verdienst von unter 9,15 Euro pro Stunde als Niedriglohn bezeichnen. Jeder vierte Deutsche arbeite für weniger. Im Jahr 2010 hätten 2,5 Millionen Beschäftigte pro Stunde weniger als sechs Euro erhalten, 1,4 Millionen Menschen sogar weniger als fünf Euro. Ab 1. Januar 2015 würden nun 3,7 Millionen, ab 2017 sogar 4,7 Millionen Arbeitnehmer den Mindestlohn beziehen. Im Kreis Pinneberg profitierten davon mehr als 30000 Menschen. Es sei mit einer zusätzlichen Kaufkraft von 50 Millionen Euro zu rechnen. „Mit der Einführung des Mindestlohns geben wir Arbeit wieder einen Wert und den Menschen ein Stück Würde zurück“, sagte Hölck. Norbert Vahl, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) der SPD im Kreis Pinneberg, kritisierte die Ausnahmen. Es sei mit dem Gleichheitsgrundsatz unvereinbar, dass 18-Jährige den Mindestlohn erhalten, 17-Jährige aber nicht. Das Argument, dass die Regelung von der Ausbildung abhalte, lässt er nicht gelten. „Kein vernünftiger Mensch wird wegen 8,50 Euro keine Ausbildung machen“, sagte er.

Hölck betonte: Die Kritik an den Ausnahmen sei an die CDU/CSU zu richten. Der Koalitionspartner habe nicht mehr zugelassen.

Rossmann wies darauf hin, dass die meisten Ausnahmen bis 2017 begrenzt seien. Zudem gelte: Wenn Langzeitarbeitslose in einen tarifgebundenem Betrieb anfingen, erhielten sie dort auch einen Tariflohn, der meist über 8,50 Euro liege.

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