Ab 2015 : 35 Schulassistenten für das Kreisgebiet

35 Planstellen für Schulassistenten soll der Kreis Pinneberg ab 2015 erhalten. Landesweit will Kiel für diese Kräfte rund zwölf Millionen Euro ausgeben. Darauf wies die Grünen-Landtagsabgeordnete Ines Strehlau kürzlich im Gespräch mit den Schulräten des Kreises Pinneberg, Michael Doppke und Dirk Janssen, hin.

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14. Juli 2014, 21:48 Uhr

Schulassistenten sollen die Grundschullehrer unterstützen, Kinder besser zu fördern. Das Land will damit die Inklusion von Menschen mit Behinderungen an den Regelschulen vorantreiben. Offen sei aber, ob und in welcher Form Schulamt sowie Kreis das Geld erhalten, die Kräfte eigenständig einstellen und verteilen können.

Anders als die Landesregierung möchten die Grünen die zwölf Millionen Euro zudem nicht allein für Schulassistenten ausgeben. „Es fehlen 150 Förderlehrkräfte“, sagte Strehlau. Das Inklusionskonzept der Landesregierung stehe aber noch nicht fest. Es wird für September erwartet.

Finanziert werden kann der Vorstoß, weil der Bund den Ländern ab 2015 die BaföG-Kosten abnimmt. Schleswig-Holstein spart dadurch 36,5 Millionen Euro. Schulassistenten hat es bisher noch nicht gegeben, dafür aber Schulbegleiter für Kinder mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen. Es sei notwendig, den Einsatz beider Helfer künftig zusammenzuführen, betonte Strehlau. In manchen Klassen arbeiten drei Schulbegleiter, in anderen gar keiner. „Wir brauchen ein gemeinsames Konzept, damit alles etwas davon haben“, sagte sie.

Eine weitere Herausforderung: Durch die wachsende Inklusion an den Regelschulen schrumpfen die Förderzentren für Menschen mit sonderpädagogischem Hilfsbedarf. Trotzdem sprachen sich die Schulräte gegen eine Auflösung dieser Einrichtungen aus. „Wir können froh sein, dass wir so ein etabliertes System von Beratung, Unterstützung und Förderung haben“, sagte Janssen. Die Förderschulen sollten schrittweise in regionale Kompetenzzentren umgewandelt werden, die mit den Regelschulen eng zusammenarbeiten.

Eine Absage erteilten die Schulräte und Strehlau dem umgekehrten Modell, einzelne Regelschulen zu Schwerpunktzentren für Inklusion auszubauen. Doppkes Befürchtung: „Da werden die Eltern mit den Füßen abstimmen, sodass wir wieder eine Schule bekommen hätten, in der Kinder mit den schwierigsten Voraussetzungen beieinander sitzen.“

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