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Freisprechung der Maler und Lackierer : 31 neue Fachleute fürs Land

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Obermeister Thomas Dohrn war es am Freitag vorbehalten, die anwesenden Gäste im Parkhotel Rosarium zu begrüßen, die sich in den gastlichen Räumen anlässlich der diesjährigen Freisprechungsfeier der Maler und Lackierer versammelt hatten.

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2012 | 19:25 Uhr

29 Männer und zwei Frauen sind es, die alle Prüfungshürden überwunden hatten und sich nun Gesellen nennen dürfen. Zuvor aber waren sie noch freizusprechen. Dohrn erinnerte während seiner Worte an das Auditorium daran, dass in finsteren Zeiten, im Mittelalter, die Freisprechung der Gesellen so etwas wie eine Erlösung war. Waren die Lehrlinge damals doch Leibeigene ihres Meisters.

So drastisch wie damals gehe es heute natürlich nicht mehr zu, Lehrlinge seien weder rechtlos, noch dürften sie verprügelt werden. Doch an der Tradition der Freisprechung wolle das Handwerk festhalten, denn sie markiere einen Abschluss und einen Neubeginn zugleich. Mitnichten sei der Weg nach Abschluss der Lehrzeit zu Ende. Es gebe Tausende Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung. Dohrn empfahl den jungen Leuten, davon Gebrauch zu machen.

Der Obermeister freute sich, unter den Gästen Andreas Kröger zu wissen, seines Zeichens Landesinnungsmeister. Er war extra aus Grömitz angereist. „Moin Jungs und Deerns. Schön dass ihr hier seid“, begann Kröger freundschaftlich, um danach an die Kampagne des Handwerks zu erinnern, die da lautet „Wir sind Handwerker. Wir können das!“ Die Junggesellen hätten nun das Recht, Selbstbewusstsein auszustrahlen. Denn der Gesellenbrief sei etwas, auf das man stolz sein könne. Auf der anderen Seite erinnerte der Landesinnungsmeister die Absolventen aber auch daran, dass Kunden ihnen in Zukunft mit ganz anderen Erwartungen begegnen würden. Denn sie seien nun einmal keine Lehrlinge mehr, sondern Facharbeiter, denen man selbstständiges Arbeiten zutraue.

Auch den Eltern legte Kröger ans Herz, stolz auf ihre Kinder zu sein. „Die Lehrer sind stolz auf ihre Schüler dass sie das gepackt haben. Und auch die Ausbildungsbetriebe können stolz sein.“ Das Maler- und Lackiererhandwerk sei eines der kreativsten überhaupt. An die beiden Damen unter den Junggesellen gerichtet, sagte der oberste Maler im Land: „Lehrjahre sind bekanntlich keine Herrenjahre. . .“ Der Slogan erfuhr so eine ganz neue Bedeutung. In Dänemark seien die Mädchen die größte Gruppe bei den Malern und Lackierern, nicht mehr die Jungen.

Berufsschullehrer Reimer Jürgensen danke den Ehemaligen. „Es waren angenehme drei Jahre mit Ihnen.“ Der Pädagoge dankte den Eltern und Meistern dafür, dass die so gute Einflüsse ausgeübt hätten.

Jürgensen mahnte zugleich eine „bessere Politik“ an. Eine Politik, die das Handwerk steuerlich attraktiver werden lasse.

Weil man sich in Uetersen versammelt habe und Uetersen eine Rosenstadt sei, werde jeder erfolgreiche Prüfling eine Rose erhalten, leitete Dohrn die Zeugnisübergabe ein. Die drei besten Prüfungen schafften Philipp Maximilian Pinnow, Marcel Schultz und Jennifer Bergann. Pinnow wird die Innung beim Landesleistungswettbewerb vertreten. Er findet diesmal in Niebüll statt.

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