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Fünf-Städte-Heim auf Sylt : 300 Flüchtlinge nach Hörnum?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Fieberhaft ist der Kreis auf der Suche nach einer Bleibe für Flüchtlinge und Asylbewerber. Die Kaserne in Appen und das frühere Krankenhaus an der Bleekerstraße rückten bereits in den Fokus des Landrates. Nach dem Motto: Denken in alle Richtungen ist nicht verboten.

Jetzt gibt es ein Objekt, das näher in Augenschein genommen wird: das Fünf-Städte-Heim in Hörnum auf der Insel Sylt. Das steht von Oktober bis März leer, wird also für seine Kernaufgaben nicht benötigt.

Dieter Schipler, Vorsitzender des Vereins, dem die Städte Uetersen, Tornesch, Wedel, Elmshorn, Kellinghusen und Pinneberg sowie die Gemeinde Neuendeich angehören, kann sich gut vorstellen, das Heim während der Wintermonate Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen.

Wer übernimmt die Küche, wer die Reinigung? „Unser Personal hat bis auf den Heimleiter befristete Verträge“, so Schipler. Über das Procedere müsse man noch sprechen. Auch sei die Betreuung zu regeln sowie die Frage, wer das Hausrecht ausübt. Der Heimleiter habe von Ende Oktober an eigentlich Urlaub. Auch mit ihm müsse vorher gesprochen werden. Zudem müsse über das Entgelt sowie über eine Renovierungspauschale verhandelt werden. Geht es nach Schipler, sollte der Kreis Pinneberg der Vertragspartner sein.

Gewöhnlich seien die Kommunen für die Flüchtlinge zuständig. Jede Mitgliedsgemeinde müsse also eigenverantwortlich aktiv werden. Finde man eine Möglichkeit, den Kreis als Partner zu gewinnen, dann spare das Zeit und Geld, so Schipler.

Die Idee soll am kommenden Mittwoch im Vorstand besprochen werden. Grundsätzlich müsse man sich mit den Bürgermeistern der Mitgliedskommunen darüber verständigen, ob man das überhaupt wolle, ob bis zu 300 Flüchtlinge bis März 2016 im Fünf-Städte-Heim untergebracht werden könnten, so Schipler.

Das Heim in Hörnum hat 500 Betten. Warum soll es eine Begrenzung auf 300 Flüchtlinge geben? Schipler sagt, dass man zwar Sechs-Bett-Zimmer habe, doch eine Familie, die über Winter dort bleiben müsse, solle ausreichend Platz zum Wohnen haben. Dass das keine Novum ist, daran erinnert Dieter Schipler gerne: Als nach der Grenzöffnung 1989 plötzlich viele Menschen aus der DDR in den Kreis Pinneberg strömten, habe das Heim bereits als Übergangsquartier gedient. Damals, im November, sei ebenfalls Winter gewesen, so Schipler. Die Unterbringung im Fünf-Städte-Heim sei insbesondere auch deshalb vorstellbar, weil nicht nur ein großes Außengelände zur Freizeitgestaltung zur Verfügung stehe, sondern auch mehrere Gruppenräume vorhanden seien. Auch ein Sprachunterricht wäre dort möglich. Schipler: „Ich kann mir gut vorstellen, dass auch die Inselgemeinden bei uns einmieten können.“ Mit diesen soll noch gesondert gesprochen werden.

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erstellt am 24.Sep.2015 | 19:38 Uhr

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