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Jubiläum beim Weinfest in Uetersen : 30 Jahre „genussvolle Momente“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Als Glykolwein-Skandal wurden 1985 Weinverfälschungen in der Öffentlichkeit bekannt. Einige österreichische Winzer hatten bereits 1984 Weine entgegen den weingesetzlichen Bestimmungen mit Diethylenglykol versetzt, die teilweise wiederum von deutschen Weingroßabfüllern mit anderen Weinen gemischt und vermarktet worden waren. Gesundheitliche Schäden oder Beeinträchtigungen von Weinkonsumenten wurden zum Glück nicht bekannt. Der Skandal führte aber zu einem Vertrauensverlust seitens der Verbraucher, einem starken Rückgang des Absatzmarktes für österreichische Weine und beschädigte ihren Ruf weltweit.

„Das hat uns sehr erschüttert, denn wir waren nach alter hanseatischer Tradition für den Weinausbau verantwortlich“, so der Uetersener Winzer und Weinhändler Michael Holst. „So entstand die Idee, dem Erzeuger die Möglichkeit zu geben, sich dem Publikum direkt zu präsentieren. Daraus erwuchs 1985 das erste Uetersener Weinfest, damals noch in der Fußgängerzone“, so Holst zurückblickend, der Ideenstifter für das Weinfest gewesen ist. Sieben Winzer und Weinhändler stellten sich und ihre Weine damals, 1985, vor. Weil das Thema als erfolgreich angesehen wurde, wuchs daraus eine Tradition, die in gesamt Norddeutschland ihresgleichen sucht. Denn das Uetersener Weinfest ist das ältestes Weinfest jenseits der traditionellen deutschen Weinanbaugebiete. In diesem Jahr wird es zum 30. Mal gefeiert.

Vor fünf Jahren wurde der Begründer zum „Le Patron“ des Weinfestes gekürt. Seither ist es ihm vorbehalten, das Weinfest, inzwischen an der Wassermühlenstraße beheimatet, zu eröffnen. In diesem Jahr wird Michael Holst diesen Part nicht übernehmen können, denn er weilt in der Bretagne. Leider habe dieser Termin nicht verschoben werden können, so Holst. Dennoch wird er in Gedanken beim Weinfest sein. Er weiß: „Das Uetersener Weinfest unterscheidet sich von manch’ anderem Weinfest dadurch, dass hier nur die Handwerker, also kleine Familienbetriebe, aus deutschen Anbaugebieten vor Ort sind. Außerdem werden die typischen, zum Wein passenden Leckereien angeboten. Der DJ schließlich hat immer wieder bewiesen, dass er sich in das Weinpublikum hineinfühlen kann.“

Der deutsche Rotwein wird, wie bereits der deutsche Weißwein, inzwischen akzeptiert. „Das Problem war, dass wir nicht genug geeignete Anbaugebiete hatten und zu wenig rote Rebsorten“, so Le Patron.

In diesem Jahr werden insbesondere Weine der Jahre 2012 und 2013 angeboten. „Die Lebhaftigkeit, das Temperament und die Frische der jugendlichen Jahrgänge werden dabei hervorstechen. 2012 und 2013 waren recht gute Jahrgänge, aber einige Anbaugebiete werden sicherlich auch diesmal wieder mit Spitzenqualitäten auf sich aufmerksam machen“, sagt Holst.

Gefeiert wird das 30. Uetersener Weinfest vom 4. bis zum 7. September entlang der Wassermühlenstraße, die dann wieder zur Weinstraße wird.

Michael Holst: „Ich bedanke mich ganz besonders beim Rathaus, beim Baubetriebshof und der Polizei für die jeweilige Unterstützung und Hilfe. Den Gästen des Weinfestes wünsche ich viel Freude am Wein und den anwesenden Winzern auch einen wirtschaftlichen Erfolg.“ Wird Le Patron Einfluss auf das Wetter nehmen? „Ich weile an der Westküste Frankreichs, also dort, wo das Wetter herkommt. Und kann daher nach Uetersen telefonieren, um dort eine entsprechende Vorhersage zu machen. Natürlich wünsche ich mir für das 30. Uetersener Weinfest ein mildes, nicht stürmisches Wetter.“

Eröffnet wird das Weinfest 2014 von Andreas Hinrich, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe, Bürgermeisterin Andrea Hansen und Oberst Klaus-Cristian Kuhle, Kommandeur der Unteroffizierschule der Luftwaffe (USLw).

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erstellt am 08.Aug.2014 | 19:07 Uhr

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