Pantheater : 30 Jahre Bühnengeschichte

Kann es funktionieren, eine sehr bewegte und 30 Jahre währende Geschichte in Spielfilmlänge zu erzählen? Die Macher des in Haseldorf ansässigen Pantheaters sind der Meinung, dass ihnen dies mit „Der rote Faden“ gelungen ist. Premiere hatte der Streifen bereits im vergangenen Jahr in Hamburg im Studio Kino. In der Heimatregion der freien Theatermacher wird er am Freitag, 15. Mai, zu sehen sein. Aufführungsort ist das „Taps“ in Uetersen.

shz.de von
11. Mai 2015, 21:28 Uhr

Die Gruppe arbeitet seit 30 Jahren unter anderem in der entwicklungspolitischen Bildung, hat zahlreiche Reisen in Lateinamerika, Afrika und Indien unternommen. Die Reiseerfahrungen wurden in dokumentarische Theaterstücke und Hörspiele verwandelt.

30 Jahre Entwicklung am Beispiel des Pantheaters wurden damit auch filmisch dokumentiert. Aus diesen filmischen Dokumenten und neuem Material, Aufzeichnungen von Theaterstücken und Interviews hat Michael Leye eine vielschichtige, komplexe Collage geschaffen, die auch für ein junges Publikum unterhaltsam ist.

„Kunst ohne Politik ist nix“, stellt er dem Film voran. „Und Politik ohne Kunst?“ Spannend, witzig, aufschlussreich und anrührend sei es gewesen, wie das Premierenpublikum ihm bestätigte. Bevor die Bilder flimmern, versprechen die Akteure eine „theatralische Einführung“, anschließend stehen sie den Zuschauern für eine Diskussion zur Verfügung. Das Pantheater wurde von Annabel Andreas, Michael Leye und Andrés Krug-Danto gegründet. Zusammen mit vielen Mitstreitern haben sie in den drei Dekaden dafür gesorgt, dass immer wieder spannende, neue, ungewöhnliche und sehr sehenswerte Stücke entstanden sind. Man kam aus freien Theatertruppen, Staats- und Stadttheatern. Ausgangspunkt war die Kampnagelfabrik, der Schmelztiegel für Bühnenexperimente in der Hansestadt.

Aber die Politik reduzierte Kampnagel aus der Sicht der Theaterneuerer nach und nach, riss ab, baute Bürokomplexe, zentralisierte die Strukturen, glättete und passte an. „Wir verließen das Gelände“, so die Pantheater-Mimen. „Die Reisezeit begann.“ Am Ende fanden sie in Haseldorf, Deichreihe 29, eine neue Heimat. Damit hat das Marschdorf das einzige Profi-Theater des Kreises Pinneberg.

Die (erfolgreiche) Lust am Experimentieren haben die Schauspieler übrigens nicht verloren, wie jüngst die Erarbeitung von „Blaubarts Lieder“ zusammen mit Sängerinnen und Musikern aus Klassik und Rock bewies. www.pantheater.de

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