Amtsausschuss : 180 Flüchtlinge leben im Amtsbereich

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Das Thema Flüchtlingspolitik hat im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Amtsausschusses vom Amt Moorrege gestanden. Nur fünf der 19000 Bürger, für die Amtsdirektor Rainer Jürgensen und seine Mitarbeiter zuständig sind, fanden den Weg in die Tagungsstätte, die „Grootdeel“ des Appener Bürgerhauses. Den letzten Tagesordnungspunkt – Verschiedenes – nutzte der Heistmer Bürgermeister, Jürgen Neumann, um seine Amtskollegen auf den neuesten Stand in Sachen Breitband Zweckverband Südholstein (BZV), dessen Verbandsvorsitzender er ist, zu bringen.

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09. Juli 2015, 21:30 Uhr

Insgesamt 180 Flüchtlinge und Asylbewerber wurden dem Amt Moorrege zugewiesen. (Mehr über die Situation der Flüchtlinge im Amtsgebiet lesen Sie im Kasten.) Vor allem Dr. Chistiane Bergmann, die sich in der Flüchtlingshilfe in Appen engagiert, sowie Walter Lorenzen, SPD-Fraktionsvorsitzender aus Appen, stellten Amtsdirektor Jürgensen kritische Fragen zum Zustand der angemieteten Wohnungen und zu dem Umstand, dass rund ein Drittel der Wohnungen außerhalb des Amtsgebietes in Uetersen und Elmshorn liegen. Zu Beginn der Sitzung ehrte stellvertretender Amtsvorsteher Hans-Peter Lütje aus Appen Walter Rißler. Seit dem 23. Mai 1994 ist der Holmer Bürgermeister und Lokalpolitiker Amtsvorsteher. Auch seit der Neuordnung des Aufgabenbereichs engagiere sich Rißler mit Herzblut und großer Freude, so Lütje in seiner Laudatio. Als Dankeschön gab es für den sichtlich erfreuten Theaterfan Rißler einen Gutschein, den er und seine Frau an der Moorreger Theaterkasse einlösen können.

Der 66 Jahre alte Rentner und ehemalige Erzieher Herbert Jürgens aus Neuendeich wurde einstimmig zum neuen stellvertretenden Schiedsmann im Schiedsbezirk Moorrege I gewählt. Nach dem gescheiterten ersten Versuch des Abwasserzweckverbendes (azv), seine verlustbringende Breitband-sparte zu verkaufen, bereitet BZV-Verbandsvorsteher Neumann ein erneutes Kaufangebot vor. Gemeinden, die Interesse an einer Breitband-Lösung haben, können dem BZV ab sofort beitreten. „Wir werden individuelle Konzepte für die Kommunen anbieten“, warb Neumann. Die dem Amt Moorrege angeschlossenen Gemeinden sind Mitglieder des azv. Auf der jüngsten Verbandsversammlung hatten die Vertreter Ruhe bewahrt. Während der Amtsausschusssitzung wurden kritische Stimmen laut: „Der azv muss die Breitbandsparte so schnell wie möglich verkaufen. Er musste ein Minus von rund fünf Millionen Euro einräumen – und täglich wird es schlimmer.“

Flüchtlinge im Amtsgebiet

Die Flüchtlinge und Asylbewerber werden dem Amt Moorrege von der Ausländerbehörde des Kreises Pinneberg zugewiesen. 29 Immobilien wurden angemietet, um sie unterzubringen. In den Gemeinden Appen, Heist, Holm und Moorrege haben sich Helfergruppen gebildet. 45 Bürger engagieren sich regelmäßig - helfen beispielsweise bei der Eingewöhnung und begleiten bei Behörden- und Arztgängen. In Holm und Moorrege wurden Cafés als Begegnungsstätten eingerichtet. Deutschunterricht wird zum Teil in Form von VHS-Kursen und zum Teil auf ehrenamtlicher Basis erteilt. Die Kinder der Flüchtlinge besuchen Deutsch-als-Zweitsprache-Klassen. Die Personalkosten belaufen sich auf rund 7000 Euro monatlich. Im Haushalt 2015 des Amtes Moorrege wurden 360000 Euro bereitgestellt. Wegen der angemieteten Immobilien wurde diese Summe bereits überschritten. Die Kosten belaufen sich auf rund 427000 Euro. Dem stehen Einnahmen in Höhe von rund 425000 Euro gegenüber (z.B. Mieteinnahmen vom Kreis Pinneberg).

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