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Ende einer Ära : 173 Jahre in Uetersen nicht nur Kinderaugen glücklich gemacht

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Spätestens zum Ende dieses Jahres schließt das Traditionshaus  „Georg Wientapper“, gegründet 1842, also vor 173 Jahren. Maximal so lange dauert der Ausverkauf der heute um 9 Uhr startet und von Herbert Hehenberger geleitet wird. Er und sein Kollege Klaus Neumann freuen sich montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr sowie sonnabends in der Zeit von 9 bis 16 Uhr auf alle Kunden, denen ein Sonderrabatt auf Spielwaren, Haushalts- und Geschenkartikel, also auf das gesamte Sortiment, gewährt wird.

shz.de von
erstellt am 25.Nov.2015 | 18:01 Uhr

Hans-Jürgen und Irmy Wientapper möchten sich zum Jahresende zur Ruhe setzen. Mit 70 sei es langsam an der Zeit, diesen Schritt zu tun, so Wientapper, der sich bereits auf die Zeit ohne die tägliche Arbeit freut. Obwohl: „Ich habe es sehr gerne gehabt, wenn sich Kinder in die Spielsachen verliebt haben“, so Wientapper. Insbesondere die ganz kleinen Kinder mit ihren großen Augen zu beobachten, während diese sich ihren Lieblingsspielsachen angenähert hätten, sei für ihn eine Freude gewesen.

Doch seine vier Enkel würden sich auf ihren Opa auch freuen, und denen könne er, könne seine Frau nun viel mehr Zeit schenken. Vielleicht sei auch der eine oder andere längere Urlaub drin, so Wientapper, der seit 1980, als er das Fachgeschäft von seinem Vater übernommen hatte, kaum Zeit für einen solchen gefunden hatte. Das Los der Selbstständigkeit kennt Wientapper zu genüge. Ständig und selbst Verantwortung zu tragen zum Wohle der Allgemeinheit – das habe Spaß gemacht und sei eine tolle Zeit gewesen, aber jetzt müsse man nach vorne blicken. Und die deute nun einmal in Richtung Ruhestand.

Wientapper, das ist eine lange Geschichte, die in Hamburg begonnen und sich in Uetersen zu voller Blüte entfaltet hat. Die erfolgreiche Drechslerfamilie, die sich im 19. Jahrhundert in der Rosenstadt niederließ, widmete sich schon damals den Bereichen Spielzeug (aus Holz gefertigt) und Haushaltsgeräten.

Die Themen sind gleich geblieben, haben sich allerdings stark gewandelt. Gerade beim Spielzeugsektor auf der Höhe der Zeit zu sein und zu bleiben, sei nicht einfach, so Wientapper. Das inhabergeführte Fachgeschäft in der City wird vielen ganz sicher fehlen. Doch die Verantwortung für das Aus so vieler Unternehmen haben zum Teil auch jene zu übernehmen, die das Ende jetzt bedauern werden. Der Handel über das Internet blüht nach wie vor, dieser Umsatz fehlt vor Ort und lässt viele Innenstädte bereits jetzt verblühen.

Auch in Uetersen gibt es diesbezüglich eine hohe Fluktuation. Doch noch ist es immer gelungen, vorhandene Lücken schnell wieder zu schließen. Sicherlich trägt dazu auch der außergewöhnliche Charme der Fuzo bei.

Hans-Jürgen, Irmy und auch Sohn Arne Wientapper werden den persönlichen Umgang mit den Kunden vermissen. Doch es gibt auch ein Leben nach der Arbeitsphase, das weiß die Familie und freut sie sich jetzt darauf.

Insofern bedankt sie sich bei ihren Kunden auf das Herzlichste und sagt „Tschüs“.

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