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Elbkinderland : 17. Bundesland feierte Zehnjähriges

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Einst trennte der Eiserne Vorhang die Menschen an der Elbe. Sie entsprang in der sozialistischen Tschechoslowakei und floss durch das geteilte Deutschland.

shz.de von
erstellt am 15.Sep.2013 | 21:47 Uhr

Heute verbinden 22 Kinderchöre viele Orte an dem mehr als 1000 Kilometer langen Strom. Sie fanden durch den Liedermacher Rolf Zuckowski zueinander, der dazu vor zehn Jahren den Verein „Elbkinderland“ ins Leben gerufen hatte. Seither besuchen sich Kindergruppen von der Elbe regelmäßig gegenseitig und treten gemeinsam auf.

Dieses Jubiläum feierten der Musiker, fünf Chöre mit etwa 140 Sängern und rund 720 Gäste am Wochenende in der Marsch. Am Freitag gaben die sechs- bis zwölfjährigen Elbkinder Hetlingen, die Buxtehuder Stieglitze und „Die Jungs“ aus Hamburg in der Haseldorfer Festivalscheune vor 630 Zuhörern ein Konzert. Am Sonnabend traten in der Hetlinger Kirche die älteren Elbkinder und der Chor Kvitek aus dem tschechischen Podebrady vor 90 Gästen auf.

„Dass wir das gestalten können, was uns geschenkt wurde – die Wiedervereinigung, das hat einen ganz großen Stellenwert in meinem Herzen“, sagte Zuckowski. Es habe in seinem Leben kaum Vergleichbares gegeben.

Gegründet wurde der Verein zwar in Wittenberge (Brandenburg). Geboren wurde die Idee aber 2001 im Haseldorfer Schloss. Ein Jahr zuvor hatte Zuckowski seine erste Elbtour absolviert. Innerhalb von vier Wochen war er mit 40 Chören an 23 Orten von Cuxhaven bis Melník (Tschechien) aufgetreten. Der Erfolg war groß. „Ich hatte den Eindruck, das kann doch nicht alles gewesen sein. Es muss doch möglich sein, daraus etwas Beständiges zu machen“, sagte er.

2001 lud Zuckowski die Chorleiter, mit denen er sich unterwegs gut verstanden hatte, auf das Anwesen von Prinz Udo von Schoenaich-Carolath in Haseldorf ein. „Es entstand die Idee, das 17. Bundesland zu gründen, das Elbkinderland“, erinnerte sich Christofer Seyd, der heute Direktor der Staatlichen Jugendmusikschule Hamburg ist, die im November dem Verein beitreten soll. Er formierte sich am 23. März 2003 in Wittenberge. Zu den Gründern zählten laut Seyd Chorleiter aus Brunsbüttel, Hetlingen, Buxtehude, Magdeburg, Dessau, Wittenberg, Torgau, Coswig und Dresden.

Zuckowski sagte am Freitag: „Der Geist des Elbkinderlandes ist noch genauso lebendig, wie er war.“ Zusammen mit seinem langjährigen musikalischen Kompagnon Michael Gundlach und den Kindern sang er Hits wie „Freunde sein“ und „Wir hier an der Elbe“. Am Sonnabend stimmten die Chöre Gospels, Popsongs und Schifferlieder an. „Wir singen auch in Deutsch und Tschechisch gemeinsam.

Elbisch nennt man das“, verriet Zuckowski. Die Versöhnung der Länder hat ihre eigene Sprache gefunden.

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