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Uetersener Nachrichten

23. Oktober 2017 | 17:00 Uhr

Aktion : 150 Wappentiere ausgewildert

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Klaus Furtmeier ist der Tourismusdirektor der Insel Helgoland. Und selbstverständlich hat auch er eine Patenschaft für einen Hummer übernommen. Denn seit 2007 vergeben die Biologische Anstalt Helgoland (BAH) und die örtliche Kurverwaltung Patenschaften für Hummer. Die Paten unterstützen damit finanziell die Aufstockung des Wappentieres der Insel, das eine ökologisch wichtige Rolle in der Artengemeinschaft des Helgoländer Felssockels spielt. Dieses Projekt soll den Bestand vor einem weiteren Rückgang bewahren und eine Erholung fördern. Im Labor der BAH ziehen Wissenschaftler Hummer vom Ei über frei schwimmende Larvenformen bis hin zu vier Zentimeter großen bodenlebenden Junghummern auf.

shz.de von
erstellt am 24.Jul.2013 | 21:35 Uhr

„Bevor die Tiere ins Freiland entlassen werden, bekommen sie eine Farbmarkierung, die dazu dient, sie später von Wildfängen zu unterscheiden“, so Dr. Isabel Schmalenbach, die von den Fischern und vom Institut gefangenen Hummer begutachtet, um über das Verhältnis der markierten zu nicht markierten Tieren die Bestandgröße zu ermitteln. Weiterhin liefern die Daten wichtige Erkenntnisse über die Größenverteilung, die Wachstumsraten und die Standorttreue der Tiere. Diese wissenschaftlichen Studien zeigen zudem, dass die einjährigen Jungtiere gute Überlebens- und Entwicklungsbedingungen im Freiland vorfinden. Eine wichtige Rolle spielen hierbei die Helgoländer Fischer, die mit ihren Körben den Hummer als Beifang anlanden und sich verpflichtet fühlen, eng mit der „Bio“ zu kooperieren.

Die für die Aufzucht notwendigen trächtigen Weibchen werden von den Fischern bei der „Bio“ abgegeben. Je mehr eiertragende Weibchen für die Aufzucht zur Verfügung stehen, desto höher ist die genetische Vielfalt des aufgezogenen Nachwuchses. Die Fischer bringen auch die markierten Tiere und mittlerweile auch die eierlosen, vermarktungsfähigen Weibchen zur BAH. Diese Weibchen nehmen einen wichtigen Anteil am Vermehrungspotenzial des Bestandes ein. Die Abgabe und das anschließende Zurücksetzen dieser Weibchen ist die Grundlage für eine schonende Hummerfischerei. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass eine Wiederaufstockungsmaßnahme in großem Stil den Bestand langfristig anheben könnte. Jeder ausgewilderte Hummer trägt zum Erhalt der Helgoländer Population bei.

Die Übernahme einer Hummerpatenschaft ist denkbar einfach: Im Internet können Interessierte sich unter folgender Adresse anmelden: www.helgoland.de/interessen/forschung-und-lehre

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