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Trainieren für den Ernstfall : 150 Katastropenschützer im Einsatz

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

An der Spitze steht Landrat Oliver Stolz, dann folgen der Führungsstab Katastrophenschutz und schließlich die Einsatzkräfte: Seit vor etwa 13 Jahren der Katastrophenschutz im Kreis Pinneberg neu strukturiert wurde, sind die Zuständigkeiten noch klarer, die Hierarchien übersichtlicher. Und doch muss die Zusammenarbeit der verschiedenen Ebenen immer wieder trainiert werden, wie sich während der Herbststürme Christian und Xaver vor zwei Jahren zeigte.

shz.de von
erstellt am 06.Sep.2015 | 17:54 Uhr

Aus diesem Grund trafen sich am Sonnabend mehr als 150 Einsatzkräfte und Mitglieder des Katastrophenschutzstabes, um sich im Rahmen einer groß angelegten Übung mit den Folgen eines möglichen Hochwassers auseinanderzusetzen.

Im Mittelpunkt des mehrstündigen Trainings standen verschiedene technische Verfahren der Deichverteidigung, die schnelle und reibungslose Koordinierung aller Kräfte und Maßnahmen sowie die medizinische Versorgung. Der Katastrophenschutzstab verfügt neben einem eigenen Raum in der Rettungsleitstelle und umfangreichem Material unter anderem über 100 speziell geschulte Mitarbeiter der Kreisverwaltung, die im Krisenfall klar umrissene Aufgaben übernehmen und etwa die Evakuierung der Bevölkerung koordinieren.

Darüber hinaus ist der Stab eng vernetzt mit Einsatzkräften von Feuerwehr, Rotem Kreuz, Technischem Hilfswerk und Landesbetrieb Küstenschutz. Als Berater hat er Fachleute für den Fall eines lang andauernden Stromausfalls, eines Chemie- oder Atomunfalls und eines Deichbruchs an seiner Seite, die bei der Einschätzung einer Gefahrenlage und der Entscheidung über die angemessene Reaktion helfen. Diese Einheiten wollen aufeinander abgestimmt und koordiniert werden, eine logistische Herausforderung. „Bei dieser Übung geht es nicht um ein angenommenes Katastrophenszenario, sondern um das Trainieren einzelner Aufgaben, die zur Deichverteidigung nötig werden könnten“, sagte Uwe Koltzau von der Kreisverwaltung, der zusammen mit fünf Kollegen den Führungsstab des Katastrophenschutzes bildet.

Sandsäcke befüllen und so einsetzen, dass damit durchlässige Stellen abgedichtet werden, Stöpen verschließen, Löcher im Deich mit Hilfe von Pfählen und Reisig stabilisieren – um diese Aufgaben erfüllen zu können, muss man wissen, wie ein Deich aufgebaut ist, wo und wann ihm ein Hochwasser gefährlich werden kann.

„Deshalb richtet sich das Angebot vor allem an die Wehren auf der Geest, die in der Regel mit Deichbau weniger vertraut sind“, sagte der Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes, Michael Bunk. Nicht nur die Folgen eines Hochwassers haben die Katastrophenschützer inzwischen durchgespielt. Sie trainierten auch schon für die Folgen eines Chemieunfalls, eines Erdbebens und eines Stromausfalls.

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