Typisierungsaktion : 1217 Lebensretter für Toni!

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Zu einem großen Erfolg ist die Typisierungsaktion für die an Leukämie erkrankte Tonia aus Haseldorf geworden. 1217 Menschen haben sich am vergangenen Sonnabend in der Sporthalle Blut abnehmen lassen. Das wird jetzt auf Übereinstimmungen mit dem Blut der 15-jährigen untersucht, denn nur eine Stammzellenspende kann ihr Leben retten. Gleichzeitig werden ihre Merkmale in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) gespeichert und möglicherweise kann so weiteren Krebspatienten geholfen werden. „Viele gute Gespräche geführt“, hat Julia während der Aktion. Mut gemacht hätten ihr die Menschen, berichtet die 20-jährige Schwester von Tonia, die alle nur „Toni“ rufen. „Es ist richtig gut gelaufen“, bilanziert Dr. Susanne Faas-Ramm. Die Haseldorfer Hausärztin hielt zusammen mit Julia die Fäden der Aktion in der Hand.

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15. Juli 2012, 19:04 Uhr

Verlassen konnten sie sich auf eine breite Unterstützung. 160 Helfer haben die Aktion erst möglich gemacht. Sie arbeiteten in zwei Schichten. Und über 100 Kuchen sind gespendet worden. „Die ganze Marsch hat zusammen gehalten“, ist Dr. Susanne Faas-Ramm begeistert.

Der erste mögliche „Blutsbruder“ stand bereits zwei Stunden vor dem offiziellen Start vor der Turnhallentür. Er wartete geduldig. „Morgens standen die Menschen bis auf die Straße“, erklärt Julia. Zwischendurch ebbte es etwas ab, aber am Ende sei wieder viel los gewesen. „Es war der Wahnsinn“, freut sich Julia.

Lob kam von Simon Stifter, der für die DKMS die Aktion betreute. „Alle sind ganz ruhig geblieben und haben ihren Job gemacht“, sagt er. Auffallend viele jüngere Menschen waren gekommen. Die dürften über die Facebook-Seite auf das Projekt aufmerksam geworden sein, die Julia angelegt hatte. Außerdem machten viele Mütter und Väter mit. Selbst ein Amerikaner und ein Schwede auf Urlaub an der Unter-elbe wollten sich registrieren lassen. Sie wurden allerdings wieder weg geschickt mit der Bitte, sich in ihrem Heimatland typisieren zu lassen.

Die 1217 potenziellen Lebensretter gaben nicht nur fünf Milliliter Blut, sondern zückten auch noch kräftig die Portemonnaies. Konnte Dr. Susanne Faas-Ramm am Freitagabend eine Zwischensumme der Geldspenden von 28000 Euro ziehen, so waren es nach der Typisierung 35000 Euro. Da jede Blutuntersuchung 50 Euro kostet, dürften die Kosten der Aktion damit nicht ganz gedeckt sein. Spendendosen werden deswegen weiterhin in Arztpraxen und Apotheken aufgestellt bleiben. Auch das speziell für Toni einrichtete Spendenkonto 510134646 bei der Sparkasse Südholstein, Bankleitzahl 23051030, ist weiterhin geöffnet.

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