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Benefizkonzert : 100 Herzen und 2100 Euro erspielt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ein lohnender Boogie-Woogie-Abend für Publikum und Kinderhospiz in der Kleinen Stadthalle.

shz.de von
erstellt am 18.Jul.2017 | 10:00 Uhr

Uetersen | Ein fantastisches Konzert mit ehrlicher, handgemachter Musik und einer kurzweilig-unterhaltsamen Moderation eroberte in der Kleinen Stadthalle Uetersens die Herzen von rund hundert Boogie-Woogie-Fans. Zum zweiten Mal hatte der Uetersener Boogie-Pianist Alexander Meisen exzellente musikalische Mitstreiter aus dem Bayoogie-Club, einer Online-Community der traditionellen Jazz-Szene, der auch er angehört, für ein gagenfreies Benefizkonzert zugunsten des Kinderhospizes Sternenbrücke erwärmen können. Mit ihm auf der Bühne standen Christian Christl, einer der besten deutschen Boogie-Pianisten und Begründer des Bayoogie-Clubs, Bastian Korn, vielseitiger, mehrfach ausgezeichneter Sänger und Pianist der jüngeren Generation, Christian Noll, renommierter Chicago Blues Harper, sowie Scarlett Andrews, Blues-Sängerin mit Vorliebe für die elegant-verruchten Stücke der legendären amerikanischen Vaudeville-Shows. Zusammen mit der Unterstützung etlicher regionaler Sponsoren und dem Publikum brachten es die Musiker auf eine stattliche Spende für die Sternenbrücke: genau 2167,50 Euro, über die sich die anwesende Pressesprecherin des Kinderhospizes, Christiane Schüddekopf, riesig freute.

„Solche Musik dürfen Sie heute Abend erwarten“, rief Christian Christl in das rhythmisch wippende und klatschende Publikum hinein, während er und Meisen für ein flottes Intro virtuos in die Pianotasten griffen. Christl, der schon mit Größen wie Ray Charles und B.B. King auftrat, moderierte das Konzert, erzählte interessante und humorige Geschichten zu jedem Lied, dessen Verfasser und zu den Interpreten. „Christian Noll kann mit seiner Mundharmonika umgehen wie kein anderer“, versprach er. Gemeinsam traten sie den Beweis an mit dem Chicago Blues-Klassiker „Sweat Home Chicago“, bei dem Noll ein atemberaubendes Solo hinlegte.

Mit ausdrucksstarker Stimme

Auch den Grund seiner „Auswanderung“ von Bayern nach Essen verriet Christl. Bei einem Konzert in München bewunderte er Stimme und Aussehen einer jungen Dame, die wiederum sein Klavierspiel mochte und vorschlug, sich gemeinsam dem Vaudeville-Blues zu widmen. „Wir haben geübt und geübt – heute sind wir verheiratet“, witzelte Christl und begleitete seine Frau Scarlett Andrews zu „Dream a Little Dream of Me“, „Women be Wise“ und „Shake it to a Jelly“. Mit ausdrucksstarker Stimme und Körpersprache entlockte sie dem Publikum jubelnden Applaus. Bastian Korn, dessen umfangreiches Repertoire und ungewöhnliche Spielintensität Christl hervorhob, begeisterte mit souliger Stimme, einzigartigem Klavierspiel und ganz eigener Interpretation der Stücke, wie „Lady Madonna“ der Beatles.

Bei einer Improvisation mit Alexander Meisen und dem berühmten „Route 66“ mit Christian Noll verführte ihn seine Spielfreude zu viel beklatschten akrobatischen Einlagen.

Mit stehenden Ovationen bedankte sich das Publikum für das gelungene Konzert.
Mit stehenden Ovationen bedankte sich das Publikum für das gelungene Konzert. Foto: Waltraut Hinz-Hass
 

Als Höhepunkt musikalisch-akrobatischer Übungen boten die drei Pianisten das, was sie laut Christl sonst nur privat tun. Analog zu dem Kinderspiel „Reise nach Jerusalem“ erkämpften sie sich abwechselnd den Platz am Klavier und spielten dabei nahtlos eine Improvisation. Schließlich bearbeiteten alle drei gleichzeitig das Instrument – sitzend, stehend, liegend. Und das Publikum lag ihnen zu Füßen. Mit dem 30er-Jahre-Hit „Flip Flop and Fly“ erfüllten die fünf Musiker den lautstarken Ruf nach Zugabe.

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