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Uetersener Nachrichten

22. August 2017 | 01:37 Uhr

Gemeinschaftsschule : 100 Fragen in 90 Minuten

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Bildungspolitik ist nicht nur das Schwerpunktthema des Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann. Als Pädagoge liegt ihm auch die Schule am Herzen. Etwa einmal im Monat geht er folglich in Bildungseinrichtungen, um sich den Fragen der Mädchen und Jungen zu stellen, sowie mit ihnen zu diskutieren.

Der erste Besuch in Moorrege stellte jedoch etwas Besonderes dar. 100 Fragen hatten die Schüler der Klasse 10e vorbereitet, die dem Sozialdemokraten vorher zugeschickt worden waren und fast alle in den 90 Minuten des Besuchs in der Gemeinschaftsschule beantwortet wurden. „Sie haben mehr aus mir herausgelockt als andere“, resümierte Rossmann am Ende. Bei Fragen wie Antworten verbanden sich immer wieder das Politische mit dem Privaten. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, zitiert Rossmann Erich Kästner. „Sie leben nicht nur für sich. Man sollte auch etwas für andere machen“, riet er.

Ungerechtigkeiten würden ihn nach wie vor wütend machen. Prägend war für Rossmann ein Eindruck in der 1. Klasse. Zum Klassenfoto wurden die Kinder wohlhabenderer Eltern in die erste Reihe gestellt und die „Barackenkinder“ nach hinten. Radikale Veränderungen habe es in seinem Leben nicht gegeben.

Veränderungen seien bei ihm, ganz der Sozialdemokrat, ein kontinuierlicher Prozess. In einem anderen Zeitalter möchte der Bundestagsabgeordnete nicht leben, denn „diese Zeiten sind so gut, wie es die Welt noch nicht gesehen hat“.

Seine ehemaligen Zukunftspläne? Als Zehnjähriger Zoodirektor, dann Olympiasieger und als 18-Jähriger Professor. Natürlich wollten die Schüler wissen, was für ihn ein guter Lehrer ist. Der müsse menschlich erreichbar sein, Anregungen geben, Zeit haben und gerecht sein, so der 64-Jährige.

Und wenn man einen gestandenen Mann vor sich hat, dann kommen auch Themen abseits des Politischen, die Schüler auf dem Weg zum Erwachsenwerden interessieren, wie die Frage, ob er sich schon einmal in die falsche Frau verliebt hat („Nein“) oder worauf er bei einer Frau und einem Mann als Erstes achtet (in beiden Fällen: „Herz und Verstand“). Die politische Auseinandersetzung kam angesichts der zahlreichen Fragen etwas zu kurz. Rossmann bot an, noch einmal im Juni zu einer Diskussion in die Moorreger Schule zu kommen. Die Klasse 10e der Gemeinschaftsschule bereitet sich zurzeit mit ihrer Klassenlehrerin Christine Heinemann auf eine politische Informationsreise nach Berlin vor. Im Rahmen des WiPo-Unterrichts waren mit dem Fachlehrer Tobias Führmann die Fragen an Rossmann ausgearbeitet worden.

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erstellt am 27.Apr.2015 | 22:15 Uhr

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